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Handelt die Deutsche Bank unmoralisch?

Die Deutsche Bank hat mit der Ankündigung, trotz eines Gewinnes von 2,5Milliarden Euro 6.400 Arbeitsplätze abzubauen, Aufsehen erregt und sich Kritik bis hin zu Boykottaufrufen zugezogen. Wie ist das Verhalten aus christlicher Sicht zu bewerten?

Die evangelischen Arbeitnehmerorganisationen stehen der Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt sehr kritisch gegenüber. Bei nennenswerten Gewinnsteigerungen gleichzeitig Arbeitplätze abzubauen, das ist ökonomisch möglich und richtig. Denn das bedeutet ja nur, dass es dem Unternehmer offensichtlich gelingt, mit weniger Personal erheblich mehr Umsatz zu machen. Dies ist nach unserem kapitalistischen Wirtschaftssystem eine normale Sache. Systembedingt haben die Arbeitnehmer so gut wie keine Handhabe gegen ein solches Verhalten, denn es ist profitorientiert und somit positiv für die Gesellschaft (höhere Gewinne, höhere Steuern). Deshalb stoßen wir hier an die Grundfrage unserer Gesellschaft. Ist die Arbeit für die Menschen da oder die Menschen für die Arbeit?

Wenn wir unsere Arbeitskraft zu Markte tragen, möchten wir dieses nicht nur entsprechend vergütet haben, sondern wir haben auch das Ziel einer gewissen sozialen Sicherheit. Sind Unternehmen in unserer Gesellschaft nicht mehr in der Lage, die sozialen Bedürfnisse der Arbeitnehmer mit abzudecken, nähern wir uns einem Urkapitalismus, der nur noch nach Angebot und Nachfrage geht und bei dem derzeitigen geringen Arbeitsangebot eine Verringerung der Löhne sehr wahrscheinlich macht. Moralisch ist das nicht.

Unsere christlich-ethische Auffassung, dass die gesamte Gesellschaft und vor allen Dingen die Schwachen von dem wirtschaftlichen Erfolg der Unternehmen profitieren müssen, ist bei den wirtschaftlich Handelnden nicht mehr so präsent. Unsere Gesellschaft reduziert sich zunehmend auf den Tenor: ,,Moralisch ist, was Arbeit schafft." Wir bedauern diese Entwicklung.

Wir stehen für das Motto ,,Einer trage des anderen Last" und ,,Der Starke ist für den Schwachen da". Die evangelischen Arbeitnehmerorganisationen stehen für den Grundsatz, dass Gemeinwohl vor Eigennutz geht. Wir sind uns aber bewusst, dass bei der derzeitigen politischen Konstellation eine wirkliche Veränderung kaum möglich ist. Die Sozialbindung des Kapitals schwindet, und unsere Gesellschaft hat bisher noch keine funktionierende Gegenstrategie.

Matthias Gehlhar - Artikel in ideaSpektrum Ausgabe 9/2005


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