BVEA - Rundschau - Ausgabe 1-2012 zur Startseite -- Arbeitsmarkt: Freier Sonntag - Bernhard Dausend

Der Sonntag muss frei bleiben oder werden

Veranstaltung afa Bayern - Freier Sonntag - copyright afa BayernIn vielen Geschäftsbereichen herrscht die Meinung vor, das nur durch die Öffnung von Geschäften an Sonn- und Feiertagen die Existenz gesichert werden kann. Dabei wird keine Rücksicht darauf genommen, dass durch eine Steigerung der Sonntagsarbeit nicht nur Familien auf der Strecke bleiben, sondern auch die Leistungsfähigkeit der arbeitenden Bevölkerung auf der Strecke bleibt.

Eine Arbeitswoche, die keinen Sonntag mehr kennt, bedeutet einen steten Alltag. Dies führt unweigerlich dazu, dass sich der Mensch nicht mehr in die Geborgenheit der Arbeitsruhe zurückziehen kann. Dabei möchte ich die gesetzlichen Vorschriften zur Sonntagsund Feiertagsruhe heute einmal überhaupt nicht ansprechen. In immer mehr Gemeinden und Städten häufen sich die Anträge auf Ausnahmen von der Sonntagsruhe. Es werden Traditionen vorgeschoben, die keine Tradition haben. Märkte werden angeboten, um Geschäfte zu öffnen, die keinesfalls mehr dazu dienen, die Grundbedürfnisse der Bevölkerung zu befriedigen. Ein gemeinsamer Ruhetag ist wichtig!.

Zeitfaktor Freizeit

Der Sonntag verkörpert traditionell die Freiheit des Menschen von einer ökonomisch orientierten Lebensweise. An diesem Tag steht einmal nicht im Vordergrund, was ein Mensch leistet. Vielmehr geht es um das, was jeder zu einem Leben für dich und in der Gemeinschaft mit anderen benötigt.

Die Sonn- und Feiertage sind ein zentrales Moment in der Zeitorganisation von Staat und Gesellschaft und schaffen einen verbindlichen Ordnungsrahmen für den kollektiven Zeitrhythmus in allen Lebensbereichen. Durch den Begriff „seelische Erhebung“ statuiert die Verfassung ein grundsätzliches Arbeitsverbot an diesen Tagen. Über die bloße Unterbrechung des Arbeitsrhythmus hinaus ist eine Ausgestaltung des öffentlichen Lebens gefordert, die auch positiv zu dieser Erhebung befähigt. Das natürliche Bedürfnis des Menschen nach Erholung, Muße und Freizeit lässt sich nur in einer für alle gemeinsamen Ruhezeit befriedigen.

  • Ein wirksamer Sonn- und Feiertagsschutz dient der humanen Qualität unserer Gesellschaft.

  • Der Sonntag schützt den Menschen, die Familie, die gottesdienstliche Feier und die persönliche Gestaltung von gemeinsamer freier Zeit.

  • Er verschafft allen die notwendige Zeit der Erholung, der Begegnung, der Besinnung und der Lebensgestaltung. Das Erleben gemeinsamer freier Zeit in den Familien, mit Freunden, Verwandten und Bekannte, das Engagement im Ehrenamt ist auf freie Sonn- und Feiertage angewiesen.

  • Der recht verstandene Sonntag setzt Zeichen gegen die Auflösung von gewachsenen Gemeinschaften, der Zersplitterung der Familie, die alleinige Ausrichtung auf Produktion und Kapital.

  • Der verfassungsrechtliche Schutz des Sonntags drückt eine Priorität aus, die sich gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zu bewähren hat. Angesichts des wachsenden Wirtschaftsdrucks ist der Sonntag als ein Tag der Ruhe und des bewussten Andersseins für die Menschen nötiger denn je.

Das eine ganze Gesellschaft zur selben Zeit gemeinsam innehält, ist alles andere als unzeitgemäß. In einer immer hektisch werdenderer Zeit ist der Sonntag auch wegen seiner langen Tradition eine Institution, die auf eine weitere Zukunft bauen kann.
So ist es nicht nur notwendig, in den Bundesländern und der Bundesrepublik weitere Allianzen zu gründen und zu unterstützen, vielmehr ist hier eine Zusammenarbeit auf europäischer Ebene unabdingbar.

Bernhard Dausen - copyrightDie letzte Länderallianz wurde im Dezember in Niedersachsen gegründet, dort war zum ersten Mal ein Landessportbund Erstunterzeichner. In Brüssel wurde 2011 mit Unterstützung der Bundesträgerkonferenz (Verdi, KAB, Betriebsseelsorge, KDA und BVEA) die Europäische Allianz gegründet.

Viele Aktionen wurden auch in diesem Jahr wieder am 3.März, dem internationalen Tag des freien Sonntags durchgeführt, z.B. die Verlesung der Proklamation von Kaiser Konstantin.

Aber auch in der Zwischenzeit werden in unterschiedlichster Form Veranstaltungen durchgeführt, die unsere Arbeit unterstützen. In Fulda fand am 15. Februar die 4. Zeitkonferenz statt, die nicht nur durch rechtliche Hintergründe und Urteile informiert, sondern auch die Gelegenheit bietet, sich verschiedene Aktionen einmal vorführen zu lassen. Bernhard Dausend.

 

Bild und Artikel: Bernhard Dausend

 

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