BVEA - Rundschau - Ausgabe 1-2012 zur Startseite -- Arbeitsmarkt: Kirche und der Dritte Weg - Werner Künkler

Kirche und der Dritte Weg

Zunächst einmal ist es gut so, dass sich die EKD-Synode in Magdeburg mit dem Thema Dritter Weg mit all` seinen Konsequenzen, wie Streikverbot, der anderen Art kirchlicher Tarifverträge usw. auseinandgesetzt hat.

Der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisation mit seinen angeschlossenen Verbänden, so auch die Evangelische Arbeitnehmerbewegung Nordrhein-Westfalen e. V. lehnt seit Jahrzehnten den Dritten Weg konsequent ab, und steht dabei voll an der Seite des Deutschen Gewerkschaftsbundes.

Wenn nun die EKD-Synode in Magdeburg sich wieder einmal für die Beihaltung des Dritten Weges entschlossen hat, so mag das auch mit daran liegen, dass die Synodalen längst nicht die Schnittmenge der Evangelischen Christen darstellen. Es sind überwiegend Pfarrerinnen und Pfarrer, sowie kirchlich gebundene Amtsträgern und ehrenamtliche wirtschaftlich gut gestellte Menschen. Arbeiter sind nicht vertreten. Auch wenn der EKD-Vorsitzende Präses Schneider dazu in der Presse feststellt, dass es gutes Recht der Evangelischen Kirche ist, als Tendenzbetrieb, dieses Sonderrecht wahrzunehmen , so ist diese Aussage hinsichtlich der mehr als 400.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den evangelischen Kirchen und ihren angeschlossenen Werken, für deren Befindlichkeiten unbefriedigend.

Leiharbeit, Outsourcing und Niedriglöhne sind gängige Praktiken

Leiharbeit, Outsourcing und die damit verbundenen Niedriglöhne, wie auch viele Kettenarbeitsverträge bis hinunter in die Kirchengemeinden sind längst gängige Praktiken.

Wie heißt es im Timotheus-Brief: "Ein Arbeiter ist seines Lohnes wert". Aber auch vor dem Hintergrund neuer Rechtsprechung der Arbeitsgerichte und weiterer höherer Gerichte wie das Bundesarbeitsgericht, sollten die evangelischen Landeskirchen mit ihren Werken aus rein arbeitsrechtlichen Gründen, verbunden mit der Fürsorgepflicht für mehr als 400.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, künftig ihr Verhalten ändern.

Werner KünklerLetztlich jedoch sollte sich auch die Evangelische Kirche Normen geben, die den Anspruch ihrer christlich, biblischen Stellung entsprechen und ihren Arbeitnehmern, die gleiche Mitbestimmung und Mitverantwortung zugestehen, die unser Staatswesen mit seinem Grundgesetz bereithält.

Es gibt keinen Grund für die evangelischen Christen diesen Anspruch nicht zu erfüllen. Auch Martin Luther hat die Reformation nicht an einem Tag oder mit einem Synodenbeschluss in Gang gesetzt. Hoffen wir für unsere Evangelische Kirche, dass der Dritte Weg bald der Vergangenheit angehört.

 

Bild und Artikel: Werner Künkler, Landesverbandsvorsitzender

 

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