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BVEA - Rundschau Ausgabe 2-2006 - Zum Geleit
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www.bvea.de -Zum Geleit - Brunhild Bald

 

Liebe Freunde und Freundinnen des BVEA,

in München gibt es einen Brauch, der jedes Jahr am Aschermittwoch viele Menschen (und natürlich die Presse) an den Fischbrunnen am Marienplatz treibt. Man wäscht die leeren Geldbeutel aus, da der Brauch sagt, er sei dann für das kommende Jahr immer gut gefüllt.

Das macht natürlich auch der Stadtkämmerer – und zumindest da zeigt sich, dass die Stadt bisher zwar oft am Rande der Pleite war, aber bislang noch immer finanziell überlebt hat. Vielleicht hätten wir vom BVEA da auch mal „mitwaschen“ sollen, denn nun haben wir es schriftlich, dass die EKD zum 31.12.2006 die Zuschüsse zur Geschäftsstelle in Berlin einstellt. Die Taschen werden dann erst mal leer sein, aber wir haben auch eine Zusicherung des Rates der EKD, dass geringfügig Mittel weiterhin bereit gestellt werden, um ein Überleben des BVEA zu sichern, damit er u.a. bei den nächsten Sozialwahlen wieder antreten kann.

Verband muss sich neu organisieren

Die Konsequenzen aus diesem Beschluss des Rates der EKD sind vielfältig und schmerzlich. Wir müssen die Geschäftsstelle in Berlin zum Ende dieses Jahres schließen und unsere Mitarbeiter/innen entlassen. Wir müssen uns, wie bereits bei der Delegiertenversammlung angesprochen, darum kümmern, wie und wo der Verband weiter existieren kann und soll. Es gilt neue Formen des Miteinanders zu finden, die tragbar und finanzierbar sind. Auch die „Rundschau" wird uns beschäftigen, aber hier bieten sich Lösungen an, die allerdings noch im Vorstand und in der Redaktionskonferenz diskutiert werden müssen, um ein Weiterbestehen aus unserer heutigen Sicht zu ermöglichen.

Überhaupt gibt es für den gerade gewählten Vorstand Probleme zu lösen, über die wir schon lange nachgedacht haben - jetzt müssen wir handeln. In dem neu gewählten Vorstand begrüßen wir Dr. Christian Homrichhausen sehr herzlich als neuen theologischen Berater. Auch ihm wäre ein positiverer Einstand zu wünschen gewesen.

Nun müssen wir uns mit der Neuordnung des Verbandes beschäftigen, d.h. auch mit Änderungen der Satzung, die wir, so wie sie ist, aus finanziellen Gründen nicht mehr halten können. Wir wissen noch nicht, wie viel oder besser wie wenig Geld, wir für unsere Arbeit zur Verfügung haben werden. Darum wird später verhandelt. Wir wissen, dass der Vorstand mehr Aufgaben übernehmen muss - denn eines ist sicher, wir haben uns schon jetzt vorgenommen, auch an dieser Front zu kämpfen, um zu überleben. Und die Bereitschaft des Vorstandes, alles dafür zu tun, ist deutlich signalisiert.

Unterstützt werden wir vom Strukturausschuss, der sich jetzt mit den neuen Strukturen des Verbandes beschäftigen wird. Es müssen Satzungsänderungen vorbereitet werden; und es wird eine außerordentliche Delegiertenversammlung geben müssen, wo diese Veränderungen vorgestellt und ggf. beschlossen werden. Das alles ist in Vorbereitung.

Es wird einen Neuanfang geben, daher wird auch lieb Gewordenes aus der Vergangenheit zu verabschieden sein. Mit diesem schmerzlichen Prozess müssen wir jetzt umgehen lernen. Wir haben Signale aus NRW und Bayern, die notwendigen Aufgaben zur Organisation (und zum Erhalt) des Verbandes zu übernehmen.

Wovon wir uns verabschieden müssen, wissen wir noch nicht genau, denn das hängt wiederum davon ab, welche Finanzmittel uns in der Zukunft noch zur Verfügung stehen werden - doch es ist klar, dass es zur Aufrechterhaltung einer voll funktionsfähigen Geschäftsstelle nicht ausreichen wird.

Wir werden uns wohl auf unser „Kerngeschäft" reduzieren müssen: Weiterhin kämpfen für Arbeitnehmer/innen-Rechte auf höchster Ebene und die Teilnahme an den nächsten Sozialwahlen. Und dafür werden wir die Unterstützung aller brauchen. Der Vorstand ist bereit, viele notwendige anstehende Aufgaben zu übernehmen, aber ohne die Unterstützung der Landesverbände wird das nicht gehen. So kann man auch diesem Geschehen etwas Positives abgewinnen - die Aufwertung der Landesverbände durch eine noch stärkere aktive Einbindung.

Am Rande noch eine Bemerkung einer auch Fußballbegeisterten: In Kürze werden „unsere Jungs" auf den Rasen laufen, um sich mit anderen Mannschaften der Welt zu messen. Sie werden gut bezahlt, und um deren Arbeitnehmerprobleme müssen wir uns nicht weiter kümmern. Aber etwas anderes möchte ich aus meiner Beobachtung erwähnen. Es gibt viele dieser jungen aktiven Fußballspieler aus der ganzen Welt, die sich zum christlichen Glauben öffentlich bekennen, z.B. indem sie sich auf den Knien bekreuzigen und damit Gott danken, dass ihnen ein Tor gelungen ist. Möge unser Team viele Gelegenheiten für solche Dankgebete haben.

Ach ja, und im nächsten Jahr sollten wir uns am Aschermittwoch am Marienplatz verabreden.

Eure Bruni Bald

   

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