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Offener Brief

 

Christliches
Menschenbild als Kompass
 

Offener Brief an die Fraktionsvorsitzenden der
Grünen/Bündnis 90, der CDU/CSU, SPD und FDP
 

Mit großer Sorge habe ich die inhaltlichen Auseinandersetzungen der letzten Wahlkampfwochen beobachtet und sehe voller Unruhe die Festlegungen der Ziele der parlamentarischen Arbeit für die kommende Zeit.

Im Blick auf die Verhandlungen, die in den nächsten Tagen und Wochen anstehen, möchte ich daher dringend in Erinnerung rufen, dass in diesem Land die sozialpolitischen Entscheidungen traditionell im Geiste christlicher Solidarität gefällt wurden. Mir ist gleichwohl bewusst, welcher Wandel in den Systemen und Strukturen der sozialen Vorsorge und Sicherung fällig sind.
Daher appelliere ich mit allem Nachdruck an die Wertebindung der Politik, für die Sie Verantwortung tragen. Politik wird auch danach bewertet, wie sie mit den Menschen am Rande der Gesellschaft, den Armen und Schwachen umgeht, sie absichert und schützt. Nehmen Sie - bei Ihren sozialpolitischen Aktivitäten - diesen Gruppen nicht die Würde, am gesellschaftlichen und politischen Leben teilzunehmen, oder zumindest den Lebensabend in Würde führen zu können, auch in den Krankenhäusern und Pflegeheimen.

Appell an die politisch Handelnden

Wir legen darüber hinaus Wert darauf, dass die junge Generation ihre eigene Zukunft, am besten durch ihrer eigenen Hände Arbeit, gestalten kann und dabei auch einen Beitrag leistet, die Zukunft dieses Landes mitzugestalten. Berücksichtigen Sie infolgedessen vor allem, dass junge Familien oder Alleinerziehende ein Leben mit Kindern oberhalb der Armutsgrenze führen können. Denken Sie schließlich auch daran, dass Firmen eigentlich nicht daran interessiert sind und nicht daran interessiert sein können, Arbeitsplätze an und für sich zu schaffen, geschweige denn, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer unter sozialen Gesichtspunkten abzusichern. Arbeitgeber orientieren sich in erster Linie an Produktivität und hohen Bilanzresultaten; das ist ihr Interesse. Hier besonders liegt die Aufgabe des Staates, Auswüchsen und Ausbeutung durch Gesetze Einhalt zu gebieten.
Es gilt, diese Werteorientierung, das christliche Menschenbild, als Kompass wieder stärker als bisher in die öffentliche Debatte zu bringen, um der modernen Gesellschaft mit ihren Chancen und Risiken Wegweisung zu bieten und heute, mehr denn je, die Weichen für eine menschenwürdige Zukunft in unserem Land zu stellen.

In Bezug auf die Werte des sozialen Protestantismus bitte ich Sie, als Verantwortliche/n, im Interesse des sozialen Friedens in diesem Land mit allem Nachdruck bei Ihren Erwägungen und Entscheidungen das "Soziale" auf der Basis unseres christlichen Wertekanons aufzunehmen.

Mit den besten Wünschen für eine gute wertegebundene Politik grüßt Sie sehr herzlich

im September 2005
Brunhild Bald
Bundesvorsitzende BVEA

 

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