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BVEA Rundschau der Evangelischen Arbeitnehmer Ausgabe 4 - 2005


Archiv 4-2005 ...aus den Landesverbänden...
EAN Baden
Evangelische Arbeitnehmerschaft Baden


Undurchschaubar: Kriegsschauplatz Afrika
Studientag 2005 des Forums Friedensethik (FFE): "Die heimlichen Kriegsschauplätze - Wegschauen oder Friedensethik?"

Beim Studientag 2005 des Forums Friedensethik (FFE): "Die heimlichen Kriegsschauplätze - Wegschauen oder Friedensethik?" mit anschließender Mitgliederversammlung vertraten Joachim und ich die EAN, und wir wurden herzlichst begrüßt.

Am 21.01.2000 wurde das FFE von 40 Frauen und Männern gegründet und hat inzwischen 61 Mitglieder, darunter die EAN. Der Leitungskreis des FFE ist verantwortlich für die Herausgabe der Rundbriefe und für die Vorbereitung der Studientage, die nun schon zum sechsten Male stattfinden und auf denen Konfliktherde der ganzen Welt näher ins Visier genommen werden. Bisher hat das FFE zwei Eingaben an den EOK gemacht, eine davon zur EU-Verfassung (wegen Militarisierung!), mit der man bezweckte, dass bis in die Gemeinden hinab diskutiert werden sollte (was jedoch nicht erfolgte). Außerdem startete das FFE eine Initiative zur Vernetzung der friedenspolitischen Gruppen in Baden, worauf jedoch bisher fast niemand reagierte. Das FFE will hier jedoch noch nachfassen.

Auf dem diesjährigen Studientag, auf dem ca. 25 Teilnehmer/innen anwesend waren, ging es um den Bürgerkrieg im Kongo, einem Konfliktherd, der von den Medien ignoriert oder nur nachrangig behandelt wird. Frau Annette Weber vom Ökumenischen Netz Zentralafrika (Berlin) referierte brillant über diesen zunächst so kompliziert und undurchschaubar anmutenden Kriegsschauplatz, in dem zeitweise sieben Armeen und ein Vielfaches diverser Rebellengruppen verwickelt waren und zusätzlich ethnische Konflikte eine Rolle spielen. Letztlich zeigte sich einmal mehr, dass es auch bei diesem Konfliktherd um handfeste wirtschaftliche Interessen geht, von denen nicht zuletzt auch westeuropäische Staaten profitieren: Im Kongo wird neben Gold (Kilo- Moto) auch Coltan (Provinz Kivu) gefördert, das das seltene Metall Tantalit enthält, eines der z.Z. begehrtesten Elemente überhaupt, da es für die Produktion von Handys, Flugzeugmotoren, Nachtsichtgeräten und Computern verwendet wird.

Diverse Rebellengruppen und auch die Ethnien der Hema und der Lendu bringen sich nicht zuletzt wegen der Kontrolle über die Bodenschätze gegenseitig um. Mehrere Nachbarstaaten des Kongo haben inzwischen militärisch interveniert, und ihre Eliten bereichern sich an den Bodenschätzen des Landes. Aber auch europäische Firmen werden bezichtigt, sich der begehrten Ressourcen des Kongos zu bemächtigen. So wird der Kongo geplündert - unter Inkaufnahme ungeheurer Leiden der kongolesischen Bevölkerung. Frau Annette Weber konnte vom FFE mit auf den Weg gegeben werden, dass man sich auch in der badischen Landeskirche für die Probleme Afrikas sensibilisiert hat und an einer gewaltfreien Lösung dieses Konfliktherdes interessiert ist, im Bewusstsein der Mitverantwortung gerade auch der westeuropäischen Länder.

Herr Dr. Wolfgang Heinrich vom Evangelischen Entwicklungsdienst (EED) machte anschaulich, wie Friedensarbeit konkret aussehen kann. Afrika wird vom EED schwerpunktmäßig gefördert, wie überhaupt der Fokus des EED auf Armen und Benachteiligten liegt und auf gleichen Lebenschancen für Männer und Frauen. Deren Teilhabe an Entscheidungsprozessen wird gefördert, es wird mit lokalen Gruppen vor Ort zusammengearbeitet, lokale Fachkräfte werden gefördert, ausgebildet und vermittelt. Dem EED geht es vor allem um ländliche Entwicklungsarbeit und bei seiner Menschenrechtsarbeit um Demokratieförderung und z.B. konkret um Wahlprozessbegleitung, um hier nur einmal einige Stichpunkte aus dem umfangreichen Wirken des EED herauszugreifen.

Sabine Keim