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Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen
in der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern

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Aktionsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen
in der Evangelisch-Lutherischen Kirchein Thüringen

 


Aus Ängsten eine Mauer
 

Bösebrücke-Berlin, Foto Elke LartzBayern und Thüringer reden über sich und ihr Land

"Nach dem Mauerfall habe ich im Ostseeurlaub für eine Bockwurst 11,80 Ost-Mark bezahlen sollen, vorher kostete diese 1,80 Ost." Erinnerungen von afa-Sekretär Roland Walther aus Lichte an die Vorwehen der Währungsreform im Sommer 1990. Dass eine Ost-Mark damals 1/10  Westmark wert war und man einfach "umrechnete", um die Sache irgendwie zu Händeln, daran erinnert Walter Popp aus Schweinfurt.

Bayern und Thüringer diskutierten auf Einladung vom Kirchlichen Dienst in der Arbeitswelt (KDA) und der Arbeitsgemeinschaft für Arbeitnehmerfragen in der Evangelisch-Lutherischen Kirche (afa) Thüringen drei Tage lang in Saalfeld über das Zusammenwachsen von Ost und West. Vor allem die 20 Gäste aus dem Raum Schweinfurt interessierte, wie es sich heute im ehemaligen Grenzland lebt.

Antworten bekamen sie vom Ersten Beigeordneten der Landrätin, Dr. Friedrich Folger, aber auch von Gewerkschaftlern wie Bernd Hecker und Willi Brandenburg. Im Glaswerk Piesau überzeugten sie sich, wie Arbeitnehmer im Osten arbeiten.

Ziemlich schnell erkannten sie, dass die Strukturen in der ehemaligen Maxhütte ähnlich waren wie bei Kugel-Fischer in Schweinfurt. Die Arbeitslosigkeit ist heute beidseitig der ehemaligen innerdeutschen Grenze gleich hoch und verlangt den Menschen viel ab. "Momentan sind wir nicht so weit voneinander entfernt", brachte es Christa Zink auf den Punkt. Auch der Westen sei nicht das reine Zuckerschlecken.

"Wollt ihr Wessis die Mauer wiederhaben?" - "Nein!"

Provokant stellte sie die Frage in den Raum, ob die Ossis glaubten, dass sie heute alle noch ihre Arbeit hätten. Einigkeit in der Runde: Gäbe es heute noch die Planwirtschaft, hätten wohl alle Arbeit, unter marktwirtschaftlichen Bedingungen aber wäre das auch im Osten nicht mehr möglich.

Auch der Westen hätte 1990 vor großen Veränderungen gestanden, durch den Bestand der Mauer aber hätten sich Unternehmen zu moderatem Handeln veranlasst gesehen, so afa-Sekretär Roland Steuerwald aus Schweinfurt. Durch den Mauerfall besserte sich die wirtschaftliche Lage kurz, dann aber waren Entlassungen und Betriebsschließungen auch im Westen nicht mehr aufzuhalten.

Wollt ihr Wessis die Mauer wiederhaben, fragt eine Thüringerin. "Nein", antworten die Bayern einstimmig. Nur die Existenzangst lasse den Wunsch nach einer Mauer wieder wachsen. Um derartige Ängste abzuwehren, müssten sich Arbeitnehmer Strukturen schaffen, die ihnen das Recht zum Mitgestalten geben. Dieses Recht aber wurde noch immer zu wenig genutzt.

Das Schultern der Einheitskosten werde weitere Reibungspunkte noch auf Jahrzehnte mit sich bringen, glaubt Walter Popp. Für den Verkaufsleiter ist und war es nie eine Frage, sich selbst und den Menschen auf der anderen Seite zu vertrauen.

Ute Häfner, Ostthüringer Zeitung


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