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23.08.2005

____________________...Aktuelles

BVEA Rundschau Ausgabe 2 - 2005


Editorial

Endlich kann man wieder über Ausbeutung sprechen

Bei Erscheinen dieser Zeitschrift wird die Sozialwahl fast abgeschlossen sein. Noch besteht die Möglichkeit zu wählen, aber entweder haben die meisten Wähler ihre Chance genutzt oder die Unterlagen sind bereits anderweitig entsorgt. Der letzte Fall wäre sehr schade für uns, brauchen wir doch, wie es so schön heißt, "jede Stimme". Dafür hatten wir, wie auch andere Verbände, seit zwei Jahren intensiv gearbeitet. Ein herzlicher Dank gilt deshalb allen, die für diese Form der Mitwirkung im Sinne der "sozialen Demokratie" nicht unerhebliche Zeit und Engagement (und Nerven) aufgewendet haben.

Unser Dank geht auch an die Kandidaten und Kandidatinnen, die sich bereit erklärt haben, für die nächsten sechs Jahre unsere Belange in den jeweiligen Organisationen zu vertreten. Soziales Engagement auf dieser Ebene ist heute keine Selbstverständlichkeit mehr, und darum danken wir diesen Menschen besonders (und drücken ihnen natürlich die Daumen, dass sie gewählt werden!). Einige Aktive stellen wir in dieser Zeitschrift vor.

Vor uns liegt der Evangelische Kirchentag in Hannover, auf dem wir wiederum mit einem Stand vertreten sind. Wir laden herzlich ein, uns dort zu besuchen. Ist das Motto des Kirchentages: "Wenn Dein Kind dich morgen fragt...", so haben wir das Motto für unseren Stand entsprechend angepasst: "Wenn dein Chef dich morgen fragt...".
Wir brauchen ein neues Lied mit neuem Text Rhythmus
Der Vorstand des BVEA hat sich im April wieder mit Vertretern von Politik, Kirche und Gewerkschaften getroffen, um unsere Sicht der aktuellen Vorgänge um Arbeitnehmer/innen und ihrer mannigfaltigen Probleme anzusprechen. Natürlich haben wir unter sozialethischen Aspekten, wie schon seit geraumer Zeit, unter anderem Hartz IV, die Arbeitszeiten, die Gehälter der Manager sowie die aktuelle Kapitalismusdebatte angesprochen. Wir stießen mit unserer Position auf großes Interesse, auch auf Akzeptanz - allein, es sollte sich etwas bewegen: Wir wollen endlich Taten sehen! Große Hoffnung haben wir dennoch nicht geschöpft, dass das bald geschieht. Wir bleiben dran!

Europa beschäftigt uns derzeit auf vielfältige Art und Weise. Nicht nur, dass wir uns im Herbst vor Ort in Brüssel selbst informieren wollen, sondern Informationen über die Verfassung sollten eine Debatte in Gang bringen. Doch daneben gibt es Probleme mit europaweit gleichen sozialen Systemen, sie müssen Priorität bekommen. Und das betrifft nicht nur die Billiglöhne (oder wie die Menschen, die sie beziehen und in unserem Land untergebracht sind) sondern auch die Subventionen, die Firmen von uns Steuerzahlern bekommen.

Derzeit kann ein Unternehmer hier Subventionen vom Staat erhalten und trotzdem seine Firma ins europäische Ausland verlagern. Er kann damit Arbeitsplätze in unserem Land eliminieren, zugunsten einer der neuen Europastaaten, die wir wiederum mit unseren Steuergeldern durch Subventionen unterstützen, damit sie ihrerseits ihre Wirtschaft ankurbeln können, z. B. mit niedrigeren Sozialleistungen, niedrigeren Löhnen, geringeren Steuern und Abgaben, etc.. Ein unsäglicher Kreislauf einer beinah öffentlich organisierten Ausbeutung! Das ist mit dem üblichen Schulterzucken und dem bekannten Hinweis auf die Mechanismen der Globalisierung nicht mehr hinzunehmen.

Die aufgeflammte Diskussion, von Franz Müntefering angefacht, um den Kapitalismus bzw. um die Soziale Marktwirtschaft, hat zuerst einmal viele lange verletzte Seelen gestreichelt. Endlich (!) wird einmal wieder das Wesentliche der Probleme der Ökonomie auf den Begriff gebracht. Endlich kann man wieder über Ausbeutung und über die (vielfach verletzte) Würde eines Arbeitnehmers/einer Arbeitnehmerin sprechen.

Der BVEA führt darüber seit Jahren Klage - für uns ist das kein neues Thema, es tut aber gut, wenn es jetzt eine große Verbreitung findet.

Aber auch hier: Worte allein genügen nicht mehr, wir wollen auch hier: Die Verantwortlichen in Politik und Parteien, in Parlament und Verbänden müssen Konsequenzen für die Besserung der sozialen Verhältnisse und eines gerechten Friedens ziehen. Der Tanz um das "Goldenen Kalb", das nie erwachsen wird und nie für Nachwuchs (bei den Arbeitsplätzen) sorgen wird, kann so nicht weitergetanzt werden; denn nur einigen Aktienbesitzern und Finanzfonds kann diese Melodie besonders gefallen. Wir brauchen einen neuen Takt, der Arbeitgeber und Arbeitnehmer/innen gemeinsam schwingen lässt. Es soll niemand unter- oder überfordert werden!

Wir brauchen ein neues Lied mit einem neuen Text und einem neuen Rhythmus - ein Lied, einen Song, den alle gern mitsingen - und der damit ein Hit würde! Lasst uns an die Komposition der neuen Sozialen Ordnung gehen, leisten wir alle unseren Beitrag!
Brunhild Bald

Bundesvorsitzende des BVEA
 

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