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Wie sozial ist die deutsche Wirtschaft noch?

Kapitalismus-Kritik: Evangelische Unternehmer und Arbeitnehmer kontrovers

Die vom SPD-Vorsitzenden Franz Müntefering geäußerte Kapitalismus-Schelte hat im Protestantismus ein unterschiedliches Echo ausgelöst. Während der Bundesverband der Evangelischen Arbeitnehmerorganisationen die von Müntefering ausgelöste Debatte begrüßt, spricht der Arbeitskreis Evangelischer Unternehmer (AEU) von einer "verantwortungslosen wahltaktischen Kampagne" im Vorfeld der nordrhein-westfälischen Landtagswahl am 22. Mai. Der SPD-Chef hatte Finanzinvestoren als "Heuschreckenschwärme" kritisiert, die Arbeitsplätze vernichteten. "Sie bleiben anonym, haben kein Gesicht, fallen über Unternehmen her, grasen sie ab und ziehen weiter. Gegen diese Form von Kapitalismus kämpfen wir." Es geht um Firmen, die sich mit privat geliehenem Kapital bei Unternehmen einkaufen und später die Firmen oder Teile davon mit hohen Gewinnen wieder verkaufen.

AEU: Kapitalismus-Schelte gefährdet Arbeitsplätze

AEU-Geschäftsführer Stephan Klinghardt (Karlsruhe) wirft Müntefering vor, Ängste zu schüren und für Wahlkampfzwecke auszunutzen. Das könne sich negativ auf die Investitions- und Konsumbereitschaft auswirken und damit Arbeitsplätze gefährden. Außerdem verzerre Müntefering die Wirklichkeit, denn zahlreiche Private-Equity-Unternehmen seien wichtige Investoren. Es gebe in Deutschland nur "einige wenige Investment-Gesellschaften, die Unternehmen aufkaufen, zerlegen und gewinnbringende Teile verkaufen und andere stillegen". Diese vor allem aus dem angelsächsischen Bereich stammenden Firmen seien Ausnahmen und nicht charakteristisch für die deutsche Wirtschaft. Klinghardt wies die Behauptung Münteferings zurück, dass die Gewinne deutscher Unternehmen ständig stiegen, und fragte: "Warum nehmen dann die Firmenpleiten in Deutschland immer mehr zu?"

Wut bei Arbeitnehmern

Dagegen hält der Geschäftsführer der evangelischen Arbeitnehmer, Matthias Gehlhar (Berlin), die Kritik des SPD-Chefs für berechtigt. Unter den Arbeitnehmern steige die Wut darüber, dass profitable Unternehmen Arbeitsplätze in Deutschland abbauten und die Gewinne ins Ausland flössen. Es bestehe die Gefahr, dass dadurch in der Bevölkerung das Vertrauen in die Wirtschaftsordnung schwinde: "Wir müssen aufpassen, dass die Soziale Marktwirtschaft nicht in einen Ur-Kapitalismus umschlägt." Gehlhar erinnerte Unternehmer an ihre soziale Verantwortung: "Es geht nicht, dass der Reiche sich vom Armen völlig abkoppelt." Notwendig seien erfolgreiche und zugleich sozial denkende Unternehmer.

aus ideaSpektrum Ausgabe 18/2005
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