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Reformen


Das Kreuz mit dem Geld

Es gibt keinen Ersatz für das Engagement der Kirchen

Seit mehr als 2000 Jahren ist das Kreuz nicht nur das Erkennungszeichen unter dem sich die Christen überall auf der Welt versammeln, sondern es stellt auch die großen Werte dieser Glaubensgemeinschaft dar.

Es ist und war aber auch zu allen Zeiten ein Zeichen der Leidensfähigkeit der Christen. Rückläufige Steuereinnahmen, eine in der Bundesrepublik nie gekannte Arbeitslosigkeit sowie vermehrte Kirchenaustritte haben die Kirche mit ihren jetzigen Strukturen in eine finanzielle Krise getrieben.

Da gibt es Stimmen die sagen, die Kirche solle sich gefälligst auf die reine Verkündigung zurückziehen. Aber diese Ansicht ist keine Lösung.

Im neuen Testament wird uns schon näher gebracht, welche mitmenschlichen Werte die Christenheit seit mehr  als 2000 Jahren hat. So wurden Hungrige satt gemacht, Kranke geheilt und manchmal wurde auch Wasser zu Wein. Das heißt doch nicht anderes, dass sich Christen immer um den ganzen Menschen gekümmert haben, mit all seinen lebensnotwendigen Bedürfnissen. Wenn das so richtig war und wahrscheinlich auch in Zukunft richtig ist, so darf sich die Kirche dieser sozialen Verantwortung nicht entziehen, denn sie verdient viel Lob und Anerkennung.

Kindergärten werden geschlossen, Erzieher entlassen

Aus Geldmangel, d. h, aus wirtschaftlichen Gründen muss sich die Kirche nun von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern trennen. Kindergärten werden geschlossen, Erzieherinnen und Erzieher entlassen, hauptamtliche Jugendarbeit, Erwachsenen- und Altenarbeit findet in den arg gebeutelten Gemeinden immer weniger statt. Weiterhin ist es nahezu ein Treppenwitz der Sozial- und Gesundheitspolitik, dass ausgerechnet christliche Politiker, z. B, durch die Reform der Pflegeversicherung, die Kirche, die diese Aufgaben bisher großartig erfüllt hat, in den Wettstreit mit Gewinnorientierten Unternehmen gestellt hat. Und so kommt es unausweichlich, dass sich die Kirche nun in dem gleichen Spiegelbild befindet, das sie zuvor Gewinnorientierten Unternehmen negativ vorgehalten hat.

Mancher Kritiker, der der Kirche dieses nun anlastet, sollte schleunigst prüfen, ob er/sie die Kirchensteuer immer ordentlich bezahlt hat bzw. seinen Kirchenaustritt überprüfen und ob er/sie nicht wieder dieser Glaubens- und Wertgemeinschaft beitreten will. Der Staat kann und wird dieses neu entstehende Vakuum kaum füllen. Somit gibt es keinen Ersatz für das Engagement der Kirche.

Im deutschen Bildungssystem müssen Qualität und Vielfalt und auch eine Sozialisation auf christlichem Fundament erhalten bleiben.

Die Finanzierung der sozialen Einrichtungen unter kirchlicher Trägerschaft muss von der gesamten Gesellschaft erbracht werden.

Die Erziehung, Betreuung und Bildung unserer Kinder ist ein gesellschaftliches Gut, welches in keinem Fall vom Kirchensteueraufkommen abhängig bleiben darf.

Wenn sich die Kirche weiterhin auf den riesigen Schatz der vielen ehrenamtlich tätigen Frauen und Männer berufen will, die in Presbyterien, in den Synoden, in den kirchlichen Verbänden wie auch in den Arbeitnehmerverbänden erfolgreich die christlichen Werte und den Protestantismus in seiner Vielfalt und Menschlichkeit leben und nach innen und außen vertreten, darf sie ihr Engagement nicht nur nach wirtschaftlichen Kriterien ausrichten müssen.

Gerade deshalb sollten mehr denn je Synoden hellwach werden, wenn hauptamtliche Arbeit gekürzt werden soll.

Christen kennen den ältesten Solidaraufruf der Menschheit;

Einer trage des anderen Last, so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen. Gal. 6 Vers 2

Werner Künkler

Landesverbandsvorsitzender der Evangelischen Arbeitnehmerbewegung Nordrhein-Westfalen

stellvertr. Bundesvorsitzender des
Bundesverbandes Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
 

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