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Reformen


Weil Menschen eben mündig bleiben

Erklärung des BVEA zu Sozialer Marktwirtschaft und Globalisierung

Zunehmend wird von den Unternehmensverbänden sowie den Liberalen und Konservativen in Deutschland ein scheinbarer Widerspruch zwischen Globalisierung und sozialer Marktwirtschaft in Anspruch genommen.

Ganz konkret wird die Mitbestimmung als Irrweg bezeichnet bzw. als größte Bremse für eine erfolgreiche und zukunftssichere Wirtschaftsentwicklung in der Bundesrepublik. Nichts ist so gut, dass es nicht verbessert werden kann. Diese Binsenweisheit gilt für die Mitbestimmung wie auch für die soziale Marktwirtschaft insgesamt.

Staaten halten beim Tempo der Globalisierung nicht mit

Betrachtet man rückwirkend die Entwicklung und Erfolge der sozialen Marktwirtschaft, so kommt man nicht daran vorbei darüber zu reden, dass die soziale Marktwirtschaft und damit auch die Mitbestimmung in den vergangenen Jahrzehnten niemals zu einem sozialistischen Umbruch bzw. zu einer Systemänderung geführt hat. Die gewaltigen Umwälzungen wie sie gerade in vielen Bereichen der Grundstoffindustrie (bei Kohle und Stahl) in den 70er Jahren stattgefunden haben, hätten auch eine eigene andere Dynamik entwickeln können - vorbei am sozialen Frieden, - wenn die Väter des Grundgesetzes nicht ein so gutes und wirksames Instrument wie die soziale Marktwirtschaft und die daraus entwickelte Mitbestimmung auf den Weg gebracht hätten. Nun ist die Entwicklung weiter gegangen, die europäische Marktwirtschaft und die Globalisierung zeigen ihren Wirkungen.

Vielen Menschen wird eingeredet, dass die soziale Marktwirtschaft überholt ist. Es wird behauptet, dass in der Bundesrepublik die wirtschaftliche Entwicklung so schwer in Gang kommt, weil wir Flächentarifverträge, die Tarifautonomie, die Kündigungsschutzgesetze - mit teilweise durch jahrelange Betriebstreue erworbenem Kündigungsschutz für den einzelnen Arbeitnehmer - haben und unser gesamtes System nicht mehr in eine globalisierte Marktwirtschaft passt, ja unchristlich ist.

Wenn es aber noch richtig sein sollte, dass alles wirtschaftliche Handeln den Menschen mit all seinen Bedürfnissen in den Mittelpunkt stellt, als Konsument und als Auslöser binnenwirtschaftliche Nachfrage - weil eben lt. Henry Fort: "Autos keine Autos kaufen - , so sind alle am wirtschaftlichen Leben beteiligten Industrie, Gewerkschaften, Verbände, Parteien und Kirchen aufgerufen, hier positiv mitzuwirken und mitzugestalten.

Sicherlich ist auch richtig, dass Europa von Detroit aus gesehen eine große Wirtschaftseinheit ist und Bochum ganz nahe an Polen grenzt, warum soll in Bochum also nicht möglich sein, was in Gleiwitz möglich ist? Deshalb bleibt festzuhalten, die Globalisierung ist nicht das Problem, sondern die Tatsache, dass sie sich schneller und selbstständiger entwickelt als unser Staatensystem....

Dass die Dinge so laufen, wie z.B. bei Opel, liegt einzig und allein daran, dass der Einsatz von Kapital nach reinen Renditegesichtspunkten - ohne Rücksicht auf einzelne Produktionsstandorte weltweit geschieht.

Damit aber Anleger und Unternehmer in Zukunft in den einzelnen Ländern zumindest Gesprächspartner haben - auch zu ihrer eigenen Sicherheit - ist es unabdingbar, ein internationales Gegenüber zu schaffen, - wie z.B. der internationale Weltwährungsfond d.h. Normen festzulegen, die Volkswirtschaften, Anlegern und Arbeitnehmer vor dem freien Fall schützen, was auf Dauer in allen Ländern den sozialen Frieden sichert.

Kluge Unternehmer kennen den Wert von Solidarität und Mitbestimmung. ...
Das ist mehr als eine Bankbürgschaft!
Dass die Opel-Mitarbeiter(innen) wieder friedlich ihre Arbeit aufgenommen haben, ist der Erfolg unseres Systems der sozialen Marktwirtschaft und der Mitbestimmung.

Weil Menschen eben mündig bleiben, auch wenn sie die Werkstore durchschritten haben!

Nur so kann die weltweit fortschreitende Globalisierung im Sinne der betroffenen Volkswirtschaften und der Menschen begleitet werden.

Vorstand BVEA

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