Sie sind hier:  BVEA "Archiv 3-2004 / EFG Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Gesellschaftsarbeit"
Zurück ] [ Willkommen ] [ Nach oben ] [ Weiter ]

 Suche:

...BVEA Archiv 3-2004

 


Reformen

 

Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Gesellschaftsarbeit

Kolpingwerk diskutiert neues Verständnis von Arbeit

Das Kolpingwerk Deutschland hat das Diskussionspapier „Arbeit neu begreifen" ihres Verbandes vorgestellt. Die Ideen sind im Einzelnen nicht neu. In ihrer Konsequenz jedoch auch von den Evangelischen Arbeitnehmern mitzutragen.

Selbstverständlich ist für uns, dass sich die Gewerkschaften an diesen Veränderungen beteiligen müssen. Die Situation jedoch ermahnt alle Beteiligten zu erkennen, dass sich die bisherigen Maß nahmen, siehe Hartz IV, nicht wirklich auf die Anzahl der Arbeitsplätze auswirken wird. Unsere Gesellschaft entwickelt sich weg von einer Produktionsgesellschaft. Es wird in der Zukunft darum gehen, die Arbeit neu zu bewerten und hieraus auch Rentenansprüche abzuleiten.
Die Not bringt den Kombilohn

Auch in der Evangelischen Publizistik gibt es Entwürfe in diese Richtung. Hier nun aber die Ideen der Katholischen Arbeitnehmerorganisation Kolping. Wir zitieren Auszüge. Die Christlichen Arbeitnehmerorganisationen müssen in dieser kritischen Situation unserer Gesellschaft zusammen stehen und sich als nennenswerte Kraft im Land profilieren. Ein dichteres Zusammenrücken wird notwendig werden. Die Idee eines Christlichen Sozialen Kongresses zur Auslotung der Gemeinsamkeiten ist deshalb positiv zu sehen.

Neubewertung von Arbeit also: Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Gesellschaftsarbeit werden hier gleichberechtigt nebeneinander gestellt. Der Bürger kann wählen, in welchem Bereich er seine Arbeitsleistung erbringen möchte.

Vor allem die Aufnahme von Kombilohnmodellen ist eine alte Forderung des BVEA. Die Menschen steuerlich zu belohnen, die in allen drei Arbeitsformen gearbeitet haben, ist neu und pfiffig. Alle Einkommen sind zu besteuern und sozialversicherungspflichtig. Das gilt auch für gesetzliche, betriebliche und private Rentenleistungen.

Matthias Gehlharnach oben

Eckpunkte des EFG - Modells

Als Abkehr von der reinen Erwerbsarbeitsfixierung wird als erster Schritt die Lebensarbeitszeit in drei Arbeitsphasen (Erwerbsarbeit, Familienarbeit, Gesellschaftsarbeit) aufgeteilt, die zu gleichen Teilen 100 % der Lebensarbeitszeit ausmachen.

Über die Lebenszeit hinweg werden im Idealfall die Phasen der Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Gesellschaftsarbeit in gleicher Intensität geleistet: Bei 45 Jahren Lebensarbeitszeit werden je 15 Jahre für Erwerbsarbeit, Familienarbeit und Gesellschaftsarbeit aufgebracht (bei Vollzeit-Tätigkeit).

Eine 45 Jahre erbrachte Lebensarbeitszeit _ gleich in welcher Arbeitsform - führt zu einem 100-prozentigen Anspruch auf Bürgerrente.

Nicht tätige volljährige Menschen, die keinen oder einen geringen Anspruch auf weitere Einkommen, z.B. durch Vermietung/Verpachtung oder Rente haben, haben lediglich Anspruch auf eine Basissicherung, die nach dem Prinzip der heutigen Sozialhilfe gewährt wird.

Eine Abgeltung für ausschließliche Gesellschaftsarbeit (gesellschaftliches Entgelt) muss finanziell über der Basissicherung liegen; für Familienarbeit gilt das Selbe.

Beim gesellschaftlichen Entgelt gibt es keine unterschiedliche Bewertung. Dieses entspricht dem Grundsatz, dass grundsätzlich jede Tätigkeit im Bereich der Gesellschaftsarbeit als gleichwertig anzusehen ist: Jeder arbeitet entsprechend seinen individuellen Fähigkeiten.

Dieses Modell der Vergütung ist auf andere soziale Sicherungssysteme und auch auf andere Finanzierungssysteme (Steuern) zu übertragen.

Wer im Idealfall die drei Lebens-Arbeitsformen geleistet hat, hat im Rentenalter den niedrigsten Steuersatz.

Alle Einkommen sind zu besteuern und sozialversicherungspflichtig. Das gilt auch für gesetzliche, betriebliche und private Rentenleistungen. Sowohl die Familien- als auch die Gesellschaftsarbeit werden in diesem Modell zu einer ökonomischen Kategorie.

weitere infos unter www.kolping.de/forum/forum.htmlnach oben

Inhalt Ausgabe BVEA Rundschau 3-2004

Berichte der
Aktivitäten des BVEA:


Archiv 3-2004 aus den Landesverbänden

nach obenDer BVEA ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich

 

 WillkommenBundesverband  -  Vorstellung  -  Vorstand  -  GeschäftsstelleImpressum - Landesverbände - TermineBVEA RundschauBVEA  Aktuell"Links"
Inhaltsverzeichnis in Listenform - BVEA-Archiv  

Der BVEA ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich


BVEA

Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.

 Auguststr. 80, 10117 Berlin - Mitte

Tel.: 030  283 95 151 - Fax: 030  283 95 167 - mail: aus spam-gründen mail-adresse als bild