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Gewerkschaft

 

Die Mannschaft ist der Star

Gründung des CGB löste eine evangelische Offensive für die Einheitsgewerkschaft aus

„Wählt einen besseren Bundestag"! - Diese Parole des DGB musste viele Gruppen und überzeugte Anhänger der nach dem Kriege erreichten Einheitsgewerkschaft auf sämtliche Palmen bringen. Die Parole wurde als letzter Beweis für die Sozialdemokratisierung angesehen, sie gab denen Auftrieb, die eine christlich fundierte Gewerkschaft wollten. Das war 1953. - Einige Zeit danach kam es zur Gründung der christlichen Gewerkschaft.

Die Gegenaktion der Evangelen blockte die Werbung von Mitgliedern durch den neuen Verband ab, fast fugenlos.

Altmodisch, überheblich, untauglich

Dem evangelischen Komitee gelang es, führende Mitglieder und Bischöfe zu überzeugen, die EKD gab eine weithin beachtete Erklärung ab. Auch in der weiteren Auseinandersetzung war das ein Durchbruch, der Arbeiterschaft und Kirche einander näher bringen sollte.

„Die christliche Gedankenwelt kann nur dann in der Gewerkschaftsbewegung zur vollen Entfaltung kommen, wenn die Christen aller Konfessionen am gewerkschaftlichen Leben teilnehmen." So stand es in der Erklärung der EKD. Pfarrer Dr. Eberhard Müller, Vorsitzender der AkfA, ergänzte:" Gerade um der Wahrheitsfrage willen ist die Einheit notwendig, damit man im Gespräch bleibt."

Dieses „ im Gespräch bleiben" war in diesen frühen Jahren der Drehpunkt, er schloss zugleich einen starken eigenen Verband aus, der diesen Politikansatz hätte vertiefen können. Traditionen und starke Gefühle verwehrten so einen nüchternen Blick für das Mögliche und Machbare.

Das System Otto Rehhagel

Altmodisch, überheblich, untauglich für den internationalen Fußball, so wurde Otto in Deutschland kritisiert. Er galt als Verlierer, wie inzwischen auch unser Land als Verlierernation vor aller Welt dasteht. Zumal beim Wirtschaftswachstum. Aber es gibt auch andere Zahlen. Wir sind Weltmeister beim Export. Bei der Anmeldung von Patenten liegen wir in Europa vorne, unsere Fachkräfte genießen immer noch international ein hohes Ansehen. Leider reicht das nicht. Wir sind an einigen Stellen gut bis sehr gut, aber wir müssen insgesamt besser werden.

Bei Otto ist die Mannschaft der Star, Egoisten und Selbstdarsteller fliegen raus. Die kontrollierte Offensive wechselt mit flexiblen Strategien und einem hohen Laufpensum. Alle spielen auf Sieg.

In unseren Tagen erleben wir das Ende der industriellen Gesellschaft, das Ende des „Rheinischen Kapitalismus" wie ihn Konrad Adenauer und DGB-Chef Böckler begründeten. Etwa die Montan-Mitbestimmung gegen eine erkennbar Mäßigung. Abschwächung des Widerstandes des DGB gegen den französischen Schumann-Plan, gegen Westpolitik und Bundeswehr. Das funktionierte, die Verhältnisse wurden stabiler.

Was kann heute die Reformen durchsetzbarer, die Verhältnisse sicherer machen? Gibt es einen Austausch der Interessen?

Ihre Bedeutung als zweiter Gesetzgeber ist vorbei, bei den Reformen werden sie nicht mehr gebraucht. Die DGB-Gewerkschaften bleiben als Gegenüber der Arbeitgeber, als solide Firma für Dienstleistung und Beratung. Die Lohnfindung wandert in die Betriebe, Qualifizierung der Betriebsräte bleiben Partner für Arbeitslose, das wäre neu.

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Zur Lage der DGB- Gewerkschaften

Chemie- Schmoldt liest Gewerkschaftsführern die Leviten

Der Chef der Bergbau- und Chemiegewerkschaft
kritisiert das trotzige Nein gegen Schröders Agenda 2010

„Wir müssen uns dem Neuen stellen", schreibt der Vorsitzende der IG BDE an seine Führungsfunktionäre. (Sein Brief liegt dieser Zeitschrift vor.) Gemeint sind aber die Spitzenleute Frank Bsirske und Jürgen Peters. Der eine führt die riesige Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Peters die finanziell starke IG Metall. Beide kämpfen in einem Zweckbündnis gegen Schröder und seine Agenda.

Beide DGB-Gewerkschaften, ver.di und IG Metall, kritisieren den Mangel an sozialer Gerechtigkeit. Hierzu meint Schmoldt in seinem Brief: „Deshalb reden wir nicht nur über Verteilungs-, sondern auch über Leistungsgerechtigkeit …" Das ist ein neuer Ton in der Debatte.

Größere Ängste bereiten ihnen aber der anhaltende Schwund an Mitgliedern und der Rückgang ihrer Bedeutung. Nur noch jeder fünfte Arbeitnehmer ist zurzeit Mitglied einer DGB-Gewerkschaft. Das sollte aber kein Grund sein mehr Krawall zu machen und wie Agitatoren des früheren Klassenkampfes aufzutreten.

Wie Agitatoren des früheren Klassenkampfes

Bislang fehlen auch überzeugende Antworten auf die Veränderungen durch die Globalisierung, die Wirkung der globalen Finanzströme auf den Wohlfahrtsstaat blieb bisher unbeachtet. Noch in den sechziger Jahren setzte der Nationalstaat einen überschaubaren Rahmen. Diese Möglichkeiten gehen rapide zu Ende.

Hubertus Schmoldt beendet seinen Brief: „Die Ergebnisse der jüngsten, vom DGB selbst in Auftrag gegebenen Polis-Studie seien eindeutig. Die Gewerkschaften sollen sich nicht verweigern, sondern mitgestalten. Nicht Konfrontation um jeden Preis, sondern Kompromisse, da wo sie möglich sind … Wir sollen dafür sorgen, dass dabei Gerechtigkeit gewahrt bleibt".

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