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Es ist erstaunlich leise, was Stellungnahmen oder Worte der Kirchen zur gegenwärtigen Politik unserer Bundesregierung oder zu Geschehnissen in der Weltpolitik betreffen. Man hört nichts oder nimmt sie nicht wahr. Dabei hätten wir momentan eine prophetische Kirche notwendiger denn je.

Das war zu Zeiten des alten Testamentes anders. Ergriffen von der Botschaft Gottes und seiner Gerechtigkeit schlugen die Propheten Alarm, gingen auf die Plätze und Märkte und erinnerten an Gottes Wille.

...Wir müssen von der "Ding-Orientierten Gesellschaft"
zur "Person-Orientierten Gesellschaft

Ein besonders Eifriger war Amos, der mir zurzeit immer wieder in den Sinn kommt. Der Anlass für sein Auftreten und seine Botschaft war die wirtschaftliche soziale Entwicklung im damaligen israelischen Staatenverbund. Die Sozialordnung war fast eliminiert, das Steuersystem ungerecht, die Macht der Besitzenden groß. Bei Amos ist die Kritik an der Gesellschaft verknüpft an der Kritik am Gottesdienst, denn der „falsche Gottesdienst" rückt nicht die Gerechtigkeit und das Recht in den Mittelpunkt des sozialen Lebens (Am.5,4). Wo kommen Gerechtigkeiten in unseren Gottesdiensten vor? Geht es bei vielen Gemeinden oft nur noch um die persönliche Glaubensbeziehung? Natürlich ist dies ein wichtiges Thema aber nur eines.

Recht und Gerechtigkeit müssen wieder fließen wie ein Bach (Am.5, 24) um das Leben in der Gemeinschaft zu erhalten und zu spenden.

Wenn man das Buch Amos liest, werden einem viele Parallelen der gegenwärtigen Lage in Gedanken kommen.

Natürlich ist die Situation 750 v. Christus nicht unsere heute, aber wir sind in einer Umwälzung, wo die Gefahr der Verarmung breiter Schichten besteht. Ich denke, dazu hat die Kirche was zu sagen.

Ein Mann unserer jüngsten Geschichte hat zu Gerechtigkeit etwas zu sagen gehabt, Martin Luther King. Er wäre dieses Jahr 75 Jahre alt geworden. Er griff die Tradition der Propheten wieder auf. King sprach als erster von der Wechselbeziehung und der Abhängigkeit zwischen Rassismus, Armut und Militarismus.

Seine Forderung und sein Ergebnis seiner Gesellschaftspolitik ist eine Rekonstruktion der gesamten Gesellschaft, eine „Revolution der Werte".

Sein Verständnis von der „Revolution der Werte", bildet ein Vergleich des Gesprächs zwischen Jesus und Nikodemus. Jesus sagt: „Du musst von Neuem geboren werden!" King sagt: „Deine ganze Struktur muss verändert werden". Seine These: „Wir müssen von der "Ding- orientierten Gesellschaft" zur "Person- orientierten Gesellschaft".

Der Mensch soll wieder im Mittelpunkt stehen und dies ist seiner Auffassung nach nur in einer sozialen Demokratie zu realisieren, in der eine radikale Veränderung der ökonomischen Basis eintritt.

Dies könnte doch etwas lauter gesagt werden.

Siegfried Aulich, EAN Baden

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