zur Startseite BVEA  Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.

 

Auguststr. 80, 10117 Berlin - Mitte, Tel. 030/28395151, Fax: 030/28395157

Internet: www.bvea.de, email: aus spam-gründen nur mail-adresse als bild


01.05.04

____________________...Aktuelles

Presseerklärung - Maiaufruf


Der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e. V. (BVEA)
unterstützt das Motto des Deutschen Gewerkschaftsbundes - DGB -
zum 1. Mai 2004:
Unser Europa - frei gleich gerecht

Aus dem Europa der Fünfzehn wird ein Europa der Fünfundzwanzig. Der Beitritt der langjährigen Kandidaten Osteuropas wird die europäische politische Landschaft nachhaltig beeinflussen. Unser Ziel für diese erfreuliche Entwicklung ist die Schaffung eines sozialen Europas in Freiheit und Gleichheit, Solidarität und Toleranz.

Unsere Sorge gilt der Solidarität in unserer Gesellschaft

Die evangelischen Arbeitnehmerorganisationen sehen die gesellschaftlichen Entwicklungen mit Sorge. Wir verstehen, dass viele Menschen bei der derzeitigen Reformflut den Überblick verlieren. Die Bürgerinnen und Bürger der Bundesrepublik Deutschland sind sich bewusst, dass ohne tief greifende Reformen unser Sozialsystem in eine Schieflage gerät. Demografische Faktoren und ökonomische Globalisierungsaspekte sind den meisten bekannt, doch das Wissen um diese Tatsachen beruhigt kaum. Die mangelhafte Öffentlichkeitsarbeit von Regierung und Parlament hat eine zusätzliche Verunsicherung der Bevölkerung bewirkt. In der Praxis schnell feststellbare Mängel der Gesetzesentwürfe verdeutlichen "handwerkliche" Fehler, die die Verunsicherungen forcieren.

Uns als evangelische Christen ist deutlich, dass das alte deutsche Sozialsystem ohne Reformen schon in wenigen Jahren nicht mehr funktionieren wird. Krankenversicherungs- sowie Rentenversicherungsreformen benötigen einen langen Atem und einen festen Willen,  die Weichen für eine neue Richtung  zu stellen. Unser Gesellschaftssystem hatte auf eine florierende Wirtschaft mit einem regelmäßigen Wachstum vertrauen können. Dem BVEA ist bei den anstehenden Reformen wichtig, dass die Bevölkerung bei diesen Prozessen mitgenommen wird. Die Schwachen in unserer Gesellschaft dürfen durch weitere soziale Härten nicht noch mehr ins Abseits gedrängt werden.

Gerade bei den Änderungen im Arbeitsrecht ist es notwendig darauf zu achten, dass die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die jetzt arbeitslos geworden sind oder denen Arbeitslosigkeit droht, nicht ihre erworbenen  sozialrechtlichen Ansprüche verlieren. Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt wird allgemein zu optimistisch gesehen. Wir rechnen mit weiteren Rationalisierungen in Verwaltungen und Industrie. Wir glauben nicht, dass aus dem Hut gezauberte Organisationsformen wie die Ich-AG spürbare Entlastungen bringen werden. Durch die Erweiterung Europas droht ein Lohndumping. Gewerkschaften und Parteien sind aufgerufen, solchen Entwicklungen mit Macht entgegen zu treten.

Der BVEA erwartet und erhofft  von unseren Politikern nicht nur Reparaturmaßnahmen, sondern eine Vision mit realistischem Hintergrund, um den sozialen Frieden in unserem Land und im erweiterten Europa zu sichern.

Alle Europäerinnen und Europäer haben ein Anrecht auf einen menschengerechten Arbeitsplatz, eine geschützte Umwelt, eine ausreichende gesundheitliche Versorgung und ein würdevolles Leben nach der Berufsphase!

 In diesem Sinn rufen wir zur Teilnahme an den DGB-Kundgebungen zum Tag der Arbeit auf.

 

April 2004 - Der Vorstand des BVEA