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18.11.2003

...aus den Landesverbänden...
EAN Berlin - Brandenburg - Evangelische Arbeitnehmerschaft Berlin - Brandenburg

"Babelsbergs Impressionen"

- ein historischer Ausflug am Ufer des Griebnitzsees

Ein herrlicher sommerlicher Sonntag lud uns Mitglieder der Gruppe Berlin-Wedding am 22. Juni ein, historische Stätten im Südwesten Berlins zu betrachten und durch die schöne Landschaft des Babelsberger Parks zu wandern.

Uns bot sich die Chance, während des Sommerfestes der Lukas-Gemeinde, in Berlin-Steglitz, unsere Gruppe, die Aktivitäten und damit natürlich auch den Landesverband der EAN, interessierten christlichen Mitbürgern vorzustellen.

"Griebnitzsee".

Gegenüber dem Bahnhofsrondell in Griebnitzsee entstand in den neunziger Jahren des zurückliegenden Jahrhunderts am Ufer des Griebnitzsees ein gewaltiger Hotelkomplex. Das mag zwar die Urlauber sehr erfreuen, doch uns war der erste Ausblick in den schönen, an Berlin angrenzenden Landschaftspark leider versperrt. Außerdem waren wir ja "ausgezogen", die Villenkolonie Neu Babelsberg kennenzulernen. Das "Little White House", am Beginn der Karl-Marx-Strasse, war die erste historische Villa auf unserem Weg. Hier wohnte im Juli/August 1945 der amerikanische Präsident Harry S. Truman.

Unwillkürlich schlich sich bei uns der Gedanke ein, dass in dieser Villa der Befehl für den ersten praktischen Einsatz von Atomwaffen unterzeichnet wurde, für den Abwurf der Atombomben auf Hiroshima und Nagasaki.

Bis 1990 verlief am Ufer die Grenze zu Berlin (West). Der Weg am Griebnitzsee wurde auf der Babelsberger Seite vorrangig als Postenweg genutzt. Und so konnte sich ein vielfältiges Biotop von Pflanzen und Tieren entwickeln.

Hinter einer kleinen Biegung des Uferweges tauchte bereits die nächste uns interessierende Villa auf. Sie war während des 1.Weltkrieges von Ludwig Mies van der Rohe erbaut worden. Er schuf auch die Neue Nationalgalerie am Potsdamer Platz.

In diesem Gebäude wohnte während der Zeit der Potsdamer Konferenz der britische Premier, also Winston Churchill und dann Clement R. Attlee. Wenig später, nach einer kleinen Wegstrecke , gelangten wir auch zu der Villa, die während der Potsdamer Konferenz J. W. Stalin beherbergte. Dieses Gebäude wurde von Alfred Grenander gebaut, der in Berlin auch die U-Bahn-Station "Wittenbergplatz" errichtete.

Der Babelsberger Park wurde durch Peter J. Lenne angelegt.Die weitere Gestaltung, vor allem mit romantischen Details, wie Pleasureground, Terrassen und Eichenbüschen, leitete Fürst Pückler-Muskau. Vor allem bekannt ist Fürst Pückler durch die Komposition der Landschaftsparks, am Rand von Bad Muskau und Cottbus.

Wenige Meter weiter befindet sich das Schloss Babelsberg. Prinz Wilhelm, der spätere Kaiser Wilhelm I., ließ es sich als Cottage (englisches Landhaus) von Karl Friedrich Schinkel errichten. Seit dem Bau mehrfach erweitert, entstand so ein kompliziert gestaffeltes Gebäude, mit 99 Zimmern, im englischen Stil.

Auf einer steilen Anhöhe fanden wir ein Stück des alten Berlins wieder, die Gerichtslaube. Einst Teil des Berliner Rathauses, wurde sie, beim Bau des neuen, des Roten Rathauses, Ende des 19. Jahrhunderts, abgetragen und an den Park Babelsberg übergeben. Geschmückt mit dem kaiserlichen Adler als goldene Spitze stand dann, auf dem der Gerichtslaube gegenüber liegenden Hügel, der Flatowturm vor uns.

Als Turmhaus gebaut, diente er dem jungen Prinz Wilhelm zeitweise als Aufenthaltsort.

Quer durch den Park führte uns der Weg zur Siegessäule, die aus Anlass des deutsch-französischen Krieges errichtet worden war. Nach der Besichtigung der Siegessäule liefen wir den Weg weiter, bis zum Ausgang an der Sternwarte. Vorbei am Torhäuschen führte uns die Strasse zur Kapelle Kleinglienicke und vorbei am Jagdschloss.

Fred Huskobla