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Eva-Maria Kramer, Vorstandsmitglied des BVEA, begrüßt die Teilnehmer an der "Werkstatt Arbeit".

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Oswald Seikowski, EAN Braunschweig, Karlheinz Seidel, afa Bayern, Brunhild Bald, Bundesvorsitzende BVEA, Karl Nothof, ACA

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Renteniformationen von den Kolleginnen der BfA

Renteniformationen von den Kolleginnen der BfA

Fotos: Rolf Bartels,Dieter Schaper

Ökumenischer Kirchentag 2003 in Berlin

Mein Leben ist keine Firma

ÖKT- Runde diskutierte über die Herausforderung: Gute Arbeit

In Bezug auf die seit Jahrzehnten steigende Arbeitslosigkeit hat die Politik falsch gehandelt, musste Bundesarbeitsminister Wolfgang Clement auf dem Ökumenischen Kirchentag in Berlin einräumen.

Im Rahmen der Werkstatt Arbeit, die von den Katholischen und Evangelischen Arbeitnehmern auf dem ÖKT mitveranstaltet hatte, verwies Clement auf die Agenda 2010, mit deren Hilfe wirtschaftliche Impulse und ein psychologischer Aufbruch für Wirtschaft, Beschäftigte und Nichtbeschäftigte erwartet werde. Den Abbau des Kündigungsschutzes nannte er notwendig, auch wenn es keine gesicherten Erkenntnisse, sondern lediglich zusammengetragene Aussagen von Unternehmern gebe.

Mit der Agenda sei der Vorrang der Politik vor der Wirtschaft verlassen worden, bedauerte Wilfried Glißmann, Betriebsratsvorsitzender von IBM Deutschland. Der Arbeitnehmervertreter sagte, dass sich die Autonomie der Arbeit qualitativ verändert habe. Bisher galt, der Arbeitgeber gibt die Anweisung und hat die Kontrolle über die Arbeitsleistung. Heute dagegen heißt es, macht was ihr wollt, seit aber profitabler. Die größeren Freiräume in der Arbeit bedeuten mehr Druck und eine Ausdehnung der Arbeitszeit bis hinein in die Freizeit. Gleichzeitig habe sich die stundenmässig geringere Erwerbsarbeitzeit verdichtet. Diese Veränderung drücke sich besonders in dem Begriff Ich-AG aus, der nach Ansicht Glißmanns die menschliche Person auf die Ökonomie reduziere. "Mein Leben ist keine Firma", betonte er. Glißmann machte den Druck 

Duales Ausbildungssystem gescheitert?

am Beispiel von VW deutlich, wo die Produktion eines Fahrzeuges innerhalb des globalen Unternehmens ausgeschrieben wurde. Die einzelnen Arbeitsgruppen versuchten sich gegenseitig auszubooten und sich selbst zunehmend selbst auszubeuten. Die Unternehmerin Susanne Porsche hatte mit dieser Form des Einsatzes kein Problem. Sie als Unternehmerin identifiziere sich selbst auch sehr stark mit ihrer Arbeit. Die Anerkennung und Neubewertung von anderen Formen der Arbeit verlangte die Bremer Arbeitswissenschaftlerin Eva Senghaas-Knobloch. Arbeit für alle gebe es längst nicht mehr. Sie sprach sich für die Verkürzung und Verteilung von Erwerbsarbeitszeiten und forderte eine existentielle Sicherung um andere Formen der Arbeit wie gesellschaftlicher, familiärer oder pflegerischer Art leisten zu können, ohne ins gesellschaftliche Abseits gestellt zu werden.

Bundesarbeitsminister Clement dagegen glaubt, dass eine Vollbeschäftigung auf einem geringen Sockel von Arbeitslosen möglich sei. Dazu bedarf es keiner Verordnungen von oben, sondern mehr Eigeninitiative von allen. Dafür warb er. Clement rief erneut die Wirtschaft auf, genügend Ausbildungsstellen bereitzustellen. Sollte es bis zum Herbst nicht genügend Lehrstellen geben, "ist das Duale Ausbildungssystem gescheitert", betonte er. Dennoch halte er nichts von einer Ausbildungsabgabe.

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1.Oekumenischer Kirchentag 2003 in Berlin

1.Oekumenischer Kirchentag 2003 in Berlin - "Werkstatt Arbeit"

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