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Sozialsystem


Ist der Sozialstaat egal?

Christliche Arbeitnehmer fragten nach

"Wen interessiert der Sozialstaat eigentlich noch?" Das fragte Herbert Rische, Präsident der Bundesversicherungsanstalt für Angestellte, auf der Podiumsveranstaltung der "Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen" (ACA) beim Ökumenischen Kirchentag.

Viele junge Menschen würden sich den drängenden Zukunftsfragen doch gar nicht stellen, beklagte Rische. Der Politik fehle oft die erforderliche Weitsicht bei zukunftsträchtigen Entscheidungen. Mehr Wahrheiten forderte Rische von den Politikern: "Die Bürger dürfen ihr Vertrauen in den Sozialstaat nicht verlieren. Im Moment stört mich, dass es an einer ehrlichen Politik fehlt." Die Solidarität als Wurzel der christlichen Gesellschaftslehre fehle in den Sonntagsreden der Prominenz. "Es ist schon interessant, wenn man hört, wie Professoren und Politiker mit ihren Aufrufen zur Solidarität in der Kranken- und Rentenversicherung vorne dabei sind und bei ihren eigenen Versicherungssystemen vornehme Zurückhaltung an den Tag legen", kritisierte Rische.

Die gesetzliche Krankenversicherung müsste eigentlich christliche Krankenversicherung heißen, "weil in ihr alle Prinzipien der christlichen Gesellschaftslehre ihren Niederschlag gefunden haben", eröffnete Werner Gerdelmann, Vorstandsmitglied des Verbandes der Angestelltenkrankenkassen, einen neuen Blick auf das Versicherungssystem. Dieses sei allerdings nun in Gefahr. Die aktuelle Diskussion gefährde die christlichen Prinzipien. Die oft betonte Stärkung der Eigenverantwortlichkeit sei eine Umschreibung: In Wirklichkeit solle Leistung abgebaut und die Selbstbeteiligung der Versicherten erhöht werden. In dieser Situation sei die ACA gefordert, stellte Bundesvorsitzender Karl Nothof die Aufgabe des Verbandes in den Mittelpunkt. "Wir müssen die Finger in die politischen Wunden legen und auf die Gefährdung des Sozialstaates immer wieder hinweisen."

ACA