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Sieben Millionen Arbeitsplätze fehlen

Arbeitsforscher Kühlewind glaubt aber an Vollbeschäftigung

"Vollbeschäftigung ist keine Utopie und auch in unserer sozialen Markwirtschaft möglich". Mit dieser Kernaussage konfrontierte Gerhard Kühlewind vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung in Nürnberg die Tagungsteilnehmer. Entscheidend sei das Verhältnis des Angebots an Personen, die dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, und der Nachfrage nach Arbeit.

Kühlewind sagte, er trete an, Mut zu machen und dem "Jammern auf hohem Niveau entgegenzuwirken". Das aktuelle Zahlenwerk sei jedoch erschreckend. Neben den registrierten Arbeitslosen sei, betonte Kühle-wind, die stille Reserve derer zu berücksichtigen, die sich in Ausbildungsschleifen befänden, um ihren Zugang in die Arbeitslosigkeit hinauszuschieben. Dazu kämen die, die vorzeitig aus dem Job herausgegangen seien oder die Hoffnung auf Arbeit aufgegeben hätten. "In Wirklichkeit fehlen etwa sieben Millionen Arbeitsplätze", weiß der Nürnberger.

Dabei sind nicht immer die selben Personen betroffen. Im Jahr 2002 seien mehr als sieben Millionen Fälle von Arbeitslosigkeit hinzugekommen, eine etwas geringere Zahl sei aus der Arbeitslosigkeit ausgeschieden. Das zeige, dass Arbeitslosigkeit viel mehr Familien treffe, als dies die reine Statistik zeige.

Der Mangel an Arbeitsplätzen muss bekämpft werden, zeigt der Arbeits-forscher das politische Ziel auf. Dazu sei wirtschaftliches Wachstum notwendig. Der Arbeitsmarkt werde sich verändern: Durch die demographische Entwicklung werde das Erwerbspersonal bis zum Jahre 2040 ohne Zuwanderung von 40 Millionen auf 25 Millionen sinken.

Noch verdeckte Potenziale müssen weiter gestärkt werden. Kühlewind meint, dass dies im Dienstleistungssektor am leichtesten möglich sei. Umstrukturierungen und Rationalisierungen auf dem Arbeitsmarkt dürften deshalb nicht gestoppt werden. "Roboter werden in 40 Jahren unsere Rente sicherstellen", ist Kühlewind überzeugt. "Sie schaffen Raum, dass im Dienstleistungssektor mehr Erwerbsleistung erbracht werden kann."

Kühlewind betonte, dass in der Zukunft eine höhere Qualifizierung der Arbeitnehmer unerlässlich sei. Hätten 1976 noch 34 Prozent der Arbeitsplätze für nicht Ausgebildete zur Verfügung gestanden, so seien es 2010 nur noch elf Prozent. Hier sei ebenfalls die Politik gefordert.

Wesentlicher wirtschaftlicher Grundsatz sei es, dass der Sozialaufwand einer Gesellschaft aus dem Volkseinkommen gedeckt werden müsse, das in der laufenden Periode erwirtschaftet werde. Darauf müsse man in der Zukunft achten.

Der Arbeitsforscher ist sicher: "Das Bruttosozialprodukt ist in den letzten 50 Jahren immer gestiegen. Der Kuchen wächst weiter. Das heißt, dass bei sinkenden Bevölkerungszahlen alle etwas mehr vom Kuchen abbekommen können."

Das Problem, das die Politik am Ende lösen müsse, sei dann die Verteilungsgerechtigkeit.

Wu