zur BVEA-StartseiteBundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.

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Für unsere Ideen offensiv werben

Neuer Theologischer Berater gewählt. Delegiertenversammlung des BVEA in Bayern

Der heraufziehende Krieg im Irak hinterließ auch bei den Delegierten einen bitteren Geschmack.

65 Delegierte der 19 Landesverbände versammelten sich in Pöcking am 21./22.02.2003 am Starnberger See. Das Tagungshaus des DGB war wunderbar gelegen, hielt jedoch die Kollegen und Kolleginnen mit winterlichen Eisbarrieren am Ort.

Erster Höhepunkt der Versammlung war die Wahl eines neuen theologischen Beraters. Wir konnten Dr. Walter Sohn gewinnen, für diese Legislaturperiode den Vorstand zu begleiten. Immerhin wurde allen Anwesenden klar, dass sich organisatorisch manches ändern wird. Dr. Walter Sohn ist ein alter Streiter für die evangelische Arbeitnehmerarbeit, kennt sich vor allem beim Umgang mit der Amtskirche aus.

Brunhild Bald machte in ihrem Bericht deutlich, dass sich die Ausbildungssituation in den letzten Jahren erheblich verschlechtert hat. Dieses Unterpfand der Zukunft wird von unserer Gesellschaft sträflich vernachlässigt. Wie beiläufig die hohe Jugendarbeitslosigkeit erwähnt wird, sei ein Skandal.

Herbert Deja, Leiter einer Personal Service Agentur, erläuterte Ansprüche an diese Agenturen und die formalen Abläufe. Es geht um die Verbesserung der Bewerbung der Arbeitsplatzsuchenden und eine gezielte Förderung der Menschen nach ihren Stärken und Schwächen.

Dr. Haspel formulierte Thesen, um eine ethische Balance zwischen Globalisierung , Neoliberalismus und unseren Sozialsystemen zu halten. Er bestritt nicht, dass unsere Systeme modernisiert werden müssen. Rein umlagefinanzierte Sozialsysteme gingen von unrealistischen Voraussetzungen aus. Neoliberale Globalisierung ist ebenso wenig hilfreich wie Sozialstaatskonservatismus. Er plädiert für einen Mittelweg, auf dem wir Christen immer die Armen und Schwachen der Gesellschaft vertreten müssen, um Glaubwürdigkeit zu halten.

Die finanzielle Situation des Bundesverbandes präsentiert sich dem letzten Jahr nicht unähnlich. Bestrebungen, weitere Finanzquellen aufzutun, waren wenig erfolgreich. Die Arbeitnehmerarbeit krankt nicht nur in den Landesverbänden an der mangelnden Bereitschaft der Landeskirchen, Gelder für die Industrie- und Sozialarbeit auszugeben. Es ist bedauerlich, dass sich in unserer Kirche keine starke Fraktion "pro" Arbeitnehmerarbeit in Berlin findet.

Die Vorbereitungen für die Sozialwahl sind angelaufen. Eine Wahlkommission der ACA wurde gewählt. Ansprechpartner sind Dieter Schaper, Michael Foitlinski und Matthias Gehlhar. Vorstand und Geschäftsführung forderten alle Verbände auf, sich aktiv an der Sozialwahl zu beteiligen. Bei einigen Kassen sind bereits wieder Verhandlungen mit dem DGB aufgenommen, um Listenverbindungen zu erstellen. Die ACA hat sich vorgenommen, bei der Berufsgenossenschaft Nahrung Genuss mit einer eigenen Liste anzutreten. Hierfür gilt es, Unterschriften zu sammeln.

Die politische, ständig wechselnde Gemengelage im Lande hat zur Folge, dass relativ wenig Anträge gestellt wurden. Die Kollegen und Kolleginnen warten erst einmal ab. Der Antrag der EAG Bayern wird hier dokumentiert.

Ein Thesenpapier zu einem radikalen politischen Paradigmenwechsel wird in den Landesverbänden die Reformbereitschaft antesten und provozieren.

Die Evangelischen Arbeitnehmerverbände haben sich eine gute Basis geschaffen, um in Berlin ihre Vorstellungen vorzubringen. Wir hoffen, dass auch das nächste Jahr erfolgreich werden möge.

Matthias Gehlhar

Veränderungen in der Arbeitswelt:

Woran können wir uns ethisch orientieren?

 
Ethik kann nicht die Probleme der Politik lösen, aber

 ·Gerechtigkeitskriterien aufzeigen

·Gerechtigkeitsprobleme in bestehenden Systemen aufzeigen

·Orientierung aufzeigen

·Theologische Grundentscheidungen zur Sprache bringen

Neben (klassischer) Erwerbsarbeit andere Formen der Arbeit aufwerten

·Versorgungs- und Familienarbeit

·Gemeinwesen- und Eigenarbeit

·Gerechtigkeit in der Arbeitswelt

·Geschlechtergerechtigkeit

·Generationengerechtigkeit

·Internationale Gerechtigkeit

·Bewahrung der Schöpfung

Konkretionen

·Schuldenfinanzierter Wohlstand ist ungerecht im internationalen und Generationenbezug

·Rein umlagefinanzierte Sozialsysteme basieren auf unrealistischen Voraussetzungen

·Quantitatives Wachstum ist umweltschädlich und ungerecht

·Vernünftige Liberalisierung/Globalisierung sorgt für mehr internationale Gerechtigkeit

·Vorhandene Umverteilungsinstrumente sind nicht (mehr) effektiv

·Korporatismus nützt Privilegierten und lähmt Eigenverantwortung

Konsequenzen

·Neoliberale Globalisierung ist ebenso wenig hilfreich wie Sozialstaatskonservatismus

·Nationale und internationale Probleme hängen zusammen (Metropolen/Peripherie)

·Der Gegensatz von Arbeit und Kapital/Management in den Industrieländern liegt quer zum Gegensatz von Nord und Süd

Perspektiven

·Komplexität globaler Vernetzung muss mitreflektiert werden

·Orientierung an Armen, Schwachen und Kranken

Dr. Michael Haspel