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Generationenstudie 2001

Kirchen auf dem Weg in die zweite Liga?

Rolle von Gruppen und Institutionen für die Entwicklung und Pflege von Werten

Der ständige Wandel in modernen Gesellschaften lässt die Werthaltungen und zugrundeliegenden Werthierarchien der Bürger nicht unberührt. Häufig spricht man von einem Wertwandel, der sich zunächst am stärksten bei jungen Menschen beobachten lässt. Eng verbunden mit diesem Wertwandel ist die Veränderung der Bedeutung von gesellschaftlichen Gruppen und Institutionen für die Entwicklung und Pflege von Werten. Aufschluss über die gegenwärtig wahrgenommene und gewünschte zukünftige Rolle von ausgewählten Gruppen und Institutionen für die Wertvermittlung geben die Ergebnisse der von der GMS im Auftrag der Hanns Seidel Stiftung durchgeführten "Generationenstudie 2001: Zwischen Konsens und Konflikt. Was Junge und Alte voneinander denken und erwarten".

Brunhild Bald, Hans-Joachim Bieletzki und Dr. Christian Homrichhausen

Gruppenbild mit zwei Stiften und einer Brille:

Die Arbeitsgruppen werden aufeinander abgestimmt: Brunhild Bald, Hans-Joachim Bieletzki und Dr. Christian Homrichhausen während des Seminars in Uelzen

 

Karsten Kreyser, Klaus Meding                    Dieter Schaper, August Krüger

Gelassene Debatte und hitzige Diskussion:

li. Karsten Kreyser, Klaus Meding, re.: Dieter Schaper, August Krüger

Hans-Joachim Bieletzki

Sorgen und Nöte verstehen und gegensteuern:

Hans-Joachim Bieletzki, BVEA

Dr. Helmut Jung, HamburgDr. Helmut Jung, Hamburg

 

 

 

Zwischen den Jungen und Alten herrscht weitgehende Einigkeit über die gegenwärtige und zukünftige Rolle von Gruppen und Institutionen für die Entwicklung und Pflege von Werten. Von allen Gruppen und Institutionen wird dem Elternhaus, den Medien und der Schule bei der heutigen Situation die größte Bedeutung beigemessen. Zwischen diesen drei wichtigsten Agenten gibt es nur unwesentliche Einstellungsunterschiede zwischen den Jungen und Alten. Bei den folgenden Vermittlern von Werten ist dies jedoch nicht der Fall. Die über 60-Jährigen glauben eher als die unter 35-Jährigen daran, dass Politiker und Parteien bei der Wertvermittlung eine große Rolle spielen. Die größte altersspezifische Differenz besteht allerdings bei der Bewertung der Kirchen, denen insgesamt nur noch eine geringe Rolle beigemessen wird. Hier sind die Jungen deutlich weniger überzeugt, dass die Kirchen heutzutage einen wichtigen Beitrag für die Pflege und Entwicklung von Werten leisten. Dieses Ergebnis korrespondiert mit den geringeren Anteilen von Jungen, die einer Konfession angehören und die vor allem eine enge Kirchenbindung haben. Dennoch wird den Kirchen von allen Altersgruppen ähnlich viel Bedeutung zugemessen wie Intellektuellen, Künstlern und Wissenschaftlern sowie den Gewerkschaften und Wirtschaftsverbänden.

Alle Altersgruppen wünschen den meisten Gruppen und Institutionen, bei denen sie bereits heute eine große Bedeutung bei der Wertvermittlung wahrnehmen, für die Zukunft eine gleichbleibende oder gar größere Rolle, während sie Gruppen und Institutionen, denen sie zur Zeit eine geringe Bedeutung bescheinigen, eher eine noch weiter verminderte Rolle wünschen. Somit gibt es in der Wahrnehmung der Befragten keine Gruppen und Institutionen, die zwar heute eine untergeordnete Rolle bei der Entwicklung und Pflege von Werten spielen, die aber in der Zukunft unbedingt eine stärkere Rolle spielen sollten.

Eine eindeutig größere Rolle in der Zukunft sollen nur das Elternhaus und die Schule spielen, denen schon heute eine große Rolle zugeschrieben wird. Dabei treten die Alten noch etwas stärker als die Jungen für diese traditionellen Mittler von Werten ein.

Für die Medien, Universitäten, Politiker und Parteien wünscht man sich hingegen eine weitgehend gleichbleibende Rolle. Dabei zeigt sich bei den Jungen erneut eine etwas geringere Wertschätzung der politischen Akteure für die Wertevermittlung. Nach Ansicht aller Befragten sollen schließlich Wissenschaftler, Intellektuelle und Künstler sowie Kirchen, Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände in Zukunft ihre ohnehin geringe Rolle bei der Wertevermittlung eher noch weiter vermindern. Der einzige gravierende Meinungsunterschied zwischen den Jungen und Alten betrifft erneut die Rolle der Kirchen. Die über 60 - Jährigen setzen auch zukünftig auf eine weitgehend gleichbleibende Rolle der Kirchen, während die Jungen für diese Institution eine weitere Verminderung der ohnehin gering eingeschätzten Bedeutung bei der Wertevermittlung wünschen.zur Vergrösserung - hier klicken

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass die traditionell große Bedeutung des Elternhauses und der Schule bei der Wertvermittlung nach wie vor von allen Altersgruppen gesehen und auch für die Zukunft weiterhin gewünscht wird. Beachtlich ist die große Rolle, die heutzutage den Medien zugeschrieben wird. Die Medien haben offenkundig in den letzten Jahrzehnten eine immer wichtigere Rolle bei der Wertvermittlung erhalten, was mit dem steigenden Medienkonsum der Menschen zusammenfällt. Dagegen haben die großen traditionellen Institutionen wie Kirchen und Gewerkschaften ihre Rolle für die Wertvermittlung stark eingebüßt und die Mehrheit der Menschen empfindet zur Zeit auch nicht den Wunsch, dass diese Institutionen wieder an Gewicht bei der Wertvermittlung gewinnen. Sollten die heute Jungen ihre Einstellung mit zunehmendem Alter nicht verändern, dann ist mit einem weiteren Bedeutungsverlust der Kirchen und Gewerkschaften für die Wertvermittlung zu rechnen.

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