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Ältere Arbeitnehmer haben kaum Chancen

Rund 60 Prozent aller Betriebe beschäftigen keine Mitarbeiter die älter als 50 Jahre sind. Dies berichtet die Bundesanstalt für Arbeit (BA) unter Berufung auf das Nürnberger Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Vor allem Klein- und Mittelbetriebe beschäftigen offenbar lieber jüngere Mitarbeiter.

Es ist ja seit Jahren kein Geheimnis, und viele älteren Arbeitnehmer haben dies bei Bewerbungen und Arbeitsplatzsuche zu spüren bekommen, dass zum Teil schon ab Anfang 40 der Arbeitsmarkt für sie verschlossen ist.

Aber dieses vom IAB festgestellte Ergebnis, dass nur rund 60 Prozent der Betriebe keine Mitarbeiter mehr beschäftigen, die älter als 50 Jahre sind, macht erschreckend deutlich, wie heute in der Arbeitswelt mit älteren Beschäftigten umgegangen wird.

Und große Teile unsere Gesellschaft nehmen dies kritiklos zur Kenntnis und haben sich an diesen Umstand gewöhnt. Ist es nicht eine Bankrotterklärung unserer Gesellschaft? Hier werden nicht nur Vorurteile gegenüber älteren Arbeitnehmern geschürt indem unter anderem als Begründung oft darauf verwiesen wird, dass ältere Arbeitnehmer nicht mehr so leistungsfähig sind..zur zweiten Seite


Ältere Arbeitnehmer mit ihrer Erfahrung, ihrer Routine stellen eine wichtige Generation in den Betrieben dar, die nicht nur ihre Erfahrung an Jüngere weitergeben können sondern mit ihrer persönlichen Einstellung zur Arbeit oft die verlässlichste Gruppe im Betrieb sind. Und sie gleichen altersbedingte Defizite, sofern überhaupt vorhanden, eben durch ihre Erfahrung, durch ihr Wissen aus.

Auch für den älteren Beschäftigten ist es eine Schlüsselfrage sozialer Gerechtigkeit durch Erwerbstätigkeit die materielle Existenz aus dem eigenen Schaffen zu sichern und zu erhalten.

Nunmehr will die Bundesregierung durch Änderung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes (§ 14 Abs. 3 TzBfG), dass schon Beschäftigten ab 50 Jahren ohne sachlichen Grund befristete Verträge angeboten werden können. Dies war bisher erst ab 58 Jahren möglich. Hiermit wird weiter der Kündigungsschutz aufgeweicht und es besteht die Gefahr, dass das "Heuern und Feuern" älterer Beschäftigter zur Tagesordnung wird, weil sie keine Rechte mehr haben. Denn wer heute schon nicht bereit ist ältere Arbeitnehmer zu beschäftigen, wird auch bei neuer Gesetzeslage kaum seine Grundsätze ändern. Zudem kommt aus den Reihen der Gewerkschaften die berechtigte Frage, ob eine solche Befristung nicht gegen EU-Recht verstößt, welches bei Befristung einen sachlichen Grund verlangt, damit der Kündigungsschutz nicht durch Zeitverträge ausgehebelt werden kann.zur Seite 3

Auch die ebenfalls geplante Änderung, dass älteren Arbeitslosen der freiwillige Ausstieg aus dem Erwerbsleben erleichtert werden kann, wäre zu begrüßen, wenn die Rahmenbedingung stimmen würden. Denn wer dann als Arbeitsloser ab dem 55. Lebensjahr erklärt, dass er dem Arbeitsmarkt nicht mehr zur Verfügung steht, erhält bis zum 60. Lebensjahr ein monatliches Brückengeld in Höhe des halben Arbeitslosengeldes. Die Verpflichtung, dann mit 60 Jahren in die Rente gehen zu müssen, bringt weitere erhebliche Nachteile, da diese Rente dann regelmäßig um 18 Prozent gekürzt wird. Dies ist keine akzeptable Lösung für den Übergang in den Ruhestand. Denn so mancher Arbeitslose wird den Haken erst dann bemerken, wenn der Rentenbescheid auf dem Tisch liegt. Und dann ist es zu spät.

Es gilt jetzt nicht alles, was aus den Ergebnissen der Harz-Kommission versucht wird von der Bundesregierung umzusetzen, schlecht zu reden. Aber so manche Vorschläge gerade für die älteren Arbeitnehmer sind nicht geeignet, die menschen-gerechte Gestaltung der Arbeitswelt damit voranzutreiben.

Andreas Eberhard

Landesvorsitzender der EAN Baden


 

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