Sie sind hier:  BVEA "Hartz-Modell, Wolfgang Oettle"
Zurück ] [ Willkommen ] [ Nach oben ] [ Weiter ]

 Suche:

Machen sie sich ein Bild, damit sie entscheiden können!

Brunhild Bald

Mutiges Konzept der Bundesregierung

Brunhild Bald, Bundesvorsitzende BVEA

Matthias Gehlhar

Neuorganisation schafft noch keine neuen Arbeitsplätze

Matthias Gehlhar, Bundesgeschäftsführer BVEA

Franz Müntefering

Beschäftigung für alle ist das zentrale Ziel

Franz Müntefering, Generalsekretär der SPD

Angela Merkel

Das Arbeitsmarktpaket der Union

Angela Merkel, Vorsitzende der CDU

Roland Claus

Umbau ja, Abbau nein

Roland Claus, Fraktionsvorsitzender der PDS

Claudia Roth

Steuerentlastung der Unternehmen

Claudia Roth, Bündnis 90/Die Grünen

Christa Stewens

Mittelstand ist Beschäftigungsmotor Nr. 1

Christa Stewens, Bayerisches Staatsministerium Arbeit und Sozialordnung

Cornelia Pieper

Steuersenkungen sind das beste ...

Cornelia Pieper, Generalsekretärin der FDP

Dr. Dieter Hundt

Moderne Arbeitsmarktverfassung

Dr. Dieter Hundt, Präsident des BDA

Wolfgang Oettle

Die Schere zwischen brutto und netto

Wolfgang Oettle, IHK Esslingen

Dr. Günter Klemm

Lösungswege zum Arbeitsmarktproblem

Dr. Günter Klemm, Handelskammer Hamburg

Joachim Kienzle

Neue Arbeitsmarktverfassung

Joachim Kienzle, Südwest-metall, Neckar-Fils

Wolfgang Oettle IHK Esslingen

Wolfgang Oettle

Die Schere zwischen Brutto und Netto muss kleiner werden

Kaum eine Region in Deutschland ist so exportorientiert und damit auf internationale Wettbewerbsfähigkeit angewiesen wie die Region Stuttgart.

Das Know-how ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ist im Hochlohnland Bundesrepublik das wichtigste Kapital der Unternehmen zum Erstellen international konkurrenzfähiger Produkte und Dienstleistungen.

Obwohl in der Region Stuttgart aktuell über 65.000 Menschen arbeitslos gemeldet sind, können 86 Prozent der Unternehmen nicht alle offenen Stellen besetzen. Haupthindernis für einen besseren Ausgleich von Angebot und Nachfrage auf dem regionalen Arbeitsmarkt ist die große Diskrepanz zwischen den Qualifikationen der meisten Arbeitslosen und den Anforderungen der Betriebe an zukünftige Beschäftigte. Zudem senken negative Anreize in vielen Fällen die Motivation zur Arbeitsaufnahme, auch die Unterstützung der Betriebe an zukünftige Beschäftigte. Zudem senken negative Anreize in vielen Fällen die Motivation zur Arbeitsaufnahme. Auch die Unterstützung der Betriebe bei der Personalsuche durch die Arbeitsämter ist nicht optimal. Die Arbeitsämter sind - selbst, wenn sie mehr tun wollten durch veraltete Technik, überbordende Bürokratie und zu hohe Betreuungszahlen pro Vermittler gehandicapt. Die von den Arbeitsämtern geförderten Qualifizierungsmaßnahmen sind oft nicht nah genug an den tatsächlichen betrieblichen Bedürfnissen.

Problem ist das überdurchschnittlich hohe Alter der Belegschaften

Um ihren anhaltend hohen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften trotzdem decken zu können, haben die Betriebe in der Region Stuttgart in den letzten Jahren ihr Aus- und Weiterbildungsengagement kontinuierlich ausgebaut. Jedoch bremst die Zahl der für eine Berufsausbildung geeigneten Schulabgänger/innen das betriebliche Engagement. Viele Firmen stellen auch Praktikumsplätze für Umschüler/innen zur Verfügung.

Insbesondere mit Blick auf den zukünftigen Bedarf an Fachpersonal sowie die demografische Entwicklung werden alle genannten Ansätze zur Personalgewinnung nicht ausreichen _ selbst dann nicht, wenn die gesetzlichen Rahmenbedingungen und die Unterstützung durch die Arbeitsämter optimal wären. 47 Prozent der von uns im April 2002 befragten Stichproben von Unternehmen aller Branchen und Größen erwarten, dass der Fachkräftemangel schon innerhalb der nächsten fünf Jahre weiter zunehmen wird, nur sechs Prozent gehen von einer Abschwächung aus. Will die regionale Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften keine Alternative? Es bleibt zu hoffen, dass die politische Vernunft letztendlich doch noch siegt und das beschlossene Zuwanderungsgesetz alsbald in Kraft treten und umgesetzt werden kann.

Von der Politik erwartet die Wirtschaft:

  • Die Schere zwischen Brutto- und Nettoeinkommen muss kleiner werden, vor allem im Bereich niedriger Einkommen. Damit sinkt auch der Anreiz zur Schwarzarbeit.

  • Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe müssen so zusammengeführt werden, dass das Interesse an einer Arbeitsaufnahme für Hilfeempfänger wächst.

  • Flexible Beschäftigung auch Teilzeitbeschäftigung, muss unbürokratisch möglich sein. Die derzeitige 325-Euro-Regelung ist zu umständlich, zu teuer und führt zu absurden Ausweichmanövern.

  • Die Vereinbarkeit von Beruf und Familie muss durch mehr Kinderbetreuungsangebote und Ganztagsschulen verbessert werden. Dadurch können zusätzliche qualifizierte Arbeitskräfte gewonnen werden, ohne dass die Geburtenrate immer weiter sinkt. Private Anbieter von Kinderbetreuung könnten das Angebot von Kommunen und Kirchen aufstocken, wenn die Finanzierung über Zuschüsse klar und unbürokratisch wäre.

  • Für die Verbesserung der Beschäftigungsaussichten älterer Arbeitnehmer können arbeitsmarktpolitische Maßnahmen lediglich einen kleinen Beitrag leisten. Nach wie vor bestehen in vielen Bereichen falsche Anreize - das reicht vom längeren Anspruch auf Arbeitslosengeld für ältere Arbeitslose über die höheren Kündigungsschutzanforderungen bei älteren Arbeitnehmern bis zu Tarifvereinbarungen, die bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu höheren Kosten führen. Ein erster Schritt auf diesem Weg zur Verbesserung der Rahmenbedingungen wäre es, befristete Arbeitsverträge schon ab dem 50. Lebensjahr ohne jede Einschränkung zu ermöglichen und ebenfalls ab diesem Lebensjahr die Verleih-Höchstdauer im Arbeitnehmerüberlassungsgesetz abzuschaffen. Damit würden wichtige Einstellungsbarrieren für ältere Arbeitnehmer entfernt.

  • Zur besseren Nutzung der beschäftigungsfördernden Wirkungen der Zeitarbeit wäre eine unkonditionierte Heraufsetzung der Höchstverleihdauer auf mindestens 36 Monate und eine Aufhebung des Synchronisationsverbotes zwingend erforderlich. Auch die Erlaubnispflicht für Zeitarbeitsunternehmen ist vor dem Hintergrund ihrer nachweislich positiven Wirkungen für den Arbeitsmarkt der bereits erfolgten Liberalisierung im Bereich der Arbeitsvermittlung nicht mehr zeitgemäß.

  • Die Deregulierung des Arbeitsmarktes ist dringend erforderlich, da die Unternehmen darauf angewiesen sind, schnell und flexibel auf den Wettbewerb zu reagieren. Statt dessen wird die Regelungsdichte ständig erhöht, weitere Beschäftigungsbarrieren werden geschaffen. Als Beispiele können die Regelungen zur Scheinselbstständigkeit, zu den geringfügigen Beschäftigungen, das Teilzeit- und Befristungsgesetz, das neue Betriebsverfassungsgesetz und aus jüngerer Zeit die Änderungen der Regelung zum Betriebsübergang genannt werden. Gerade bei der Neuregelung des Betriebsübergangs hat der Gesetzgeber wieder einmal seiner Regulierungswut freien Lauf gelassen und ist über die Vorgaben der zugrundeliegenden EU-Richtlinie hinausgegangen. Die Informationspflichten wurden unnötig ausgeweitet, der bürokratische Aufwand und das Risiko der Unternehmen wurden stark erhöht.

Führt man sich diese Beispiele vor Augen, wird deutlich, dass sich die Unternehmen inzwischen durch einen juristischen Dschungel kämpfen müssen, der eigentlich nur noch von Spezialisten beherrschbar ist. Für die Einhaltung der für den Laien nicht mehr nachvollziehbaren Normen, haftet der Unternehmer nicht nur bei angeblichen Ausfällen für die Steuer und die Sozialversicherungsbeiträge, sondern sieht sich auch noch den Risiken einer Strafverfolgung ausgesetzt. Dessen ungeachtet steigen die bürokratischen Belastungen mit jeder Neuregelung. Vor diesem Hintergrund sind die Schlussfolgerungen vieler kleiner Unternehmen schlüssig: Warum sollen diese eine Arbeitskraft einstellen, wenn der Zeitaufwand zur Überwindung der bürokratischen Hindernisse höher ist, als die Arbeitszeit der Arbeitskraft. In diesen Fällen ist auch die Gefahr besonders ausgeprägt, dass sich die Unternehmen durch "Zahlung bar auf die Hand" bürokratische Entlastung schaffen.

zum Seitenanfang

 WillkommenBundesverband  -  Vorstellung  -  Vorstand  -  GeschäftsstelleImpressum - Landesverbände - TermineBVEA RundschauBVEA  Aktuell"Links"
Inhaltsverzeichnis in Listenform - BVEA-Archiv  

Der BVEA ist für den Inhalt externer Internetseiten nicht verantwortlich


Adresse bis 31.12.2006:  BVEA- Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
 Auguststr. 80, 10117 Berlin - Mitte, E-Mail: aus spam-gründen mail-adresse als bild

Aktuell:BVEA - Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen e.V.
Alfredstraße 53 - 45130 Essen
Tel.: 0201 770392 - Fax: 0201 777950 - mail:bvea-mail-aus spam-gründen nur als bild