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Inhalt:

Entwicklungshilfe erhöhen

Hire und fire - So einfach geht das nicht

Die Arbeit auf mehrere Schultern verteilen - Arbeitnehmer/-innen haben seit dem vergangenen Jahr einen Rechtsanspruch auf Teilzeit.

4 Mio. Arbeitslose sind ein Skandal

Wir haben eine Verantwortung vor der Geschichte und vor Gott

50 Jahre EAK in der CDU - Von allen Parteien sind die Christdemokraten am geschicktesten gewesen, als es um die Beteiligung der Evangelischen an der Verantwortung ging.

Eckpunkte einer Reform - Arbeitnehmer trafen sich zum Arbeitnehmertag in Berlin und diskutierten über die Krankenkassenreform.

Solidarität ist die Basis der Krankenversicherung - Karl Nothof, Bundesvorsitzender der ACA zu den Eckpunkten der Krankenkassenreform.

ACA fordert demokratische Wahlen der Aufsichtsgremien der Bundesanstalt für Arbeit.

Weniger Sozialstaat, mehr Arbeitsplätze? - Die kirchliche Talkshow "Tacheles" diskutierte in der Marktkirche zu Hannover über Deutschland in der Jobkrise.

Bericht von der Delegiertenversammlung des BVEA - Evangelische Arbeitnehmer wählen neuen Vorstand. - Sorge um politische Kultur in Deutschland. Anträge an die Delegiertenversammlung.

Gewinner und Verlierer der Rentenreform - Durchschnittsverdiener sind die Verlierer.

Rot-Grün will Volksabstimmung bundesweit - Außer über Steuern sollen Bürger über fast alles entscheiden dürfen / Union lehnt Gesetzentwurf ab.

Der tiefe Sumpf der Abzocker - Die deutsche Politik zeigt immer wieder korrupte Seiten.

Ratsuchenden steht die Tür immer offen - afa Thüringen eröffnet neue Geschäftsstelle.

Termine

Brunhild BaldBrunhild Bald

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

zum ersten Mal habe ich die Aufgabe, dieser Ausgabe einige Worte als Vorwort vorauszuschicken. Auf der Delegiertenversammlung im Februar dieses Jahres in Hamburg wurde ich als neue Vorsitzende des Vorstands des BVEA gewählt. Mehr darüber werden Sie in dieser Ausgabe finden.

Mit der Wahl zur Vorsitzenden ist auch das Amt der "Herausgeberin" dieser Zeitschrift verbunden, und ich begrüsse dies, da ich mich auf diese Aufgaben freue. Gibt sie uns doch die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu kommen. Verbandszeitschriften haben seit jeher eine herausragende Rolle im Verbandswesen gespielt. Durch sie werden die Mitglieder über die Aktivitäten des BVEA informiert, vor allem aber sollten Sie diese Gelegenheit nutzen, sich mit eigenen Beiträgen an unserem Meinungsaustausch zu beteiligen und so zur Meinungsbildung im BVEA beizutragen.

Mir ist wichtig, in dieser Zeitschrift über soziale Brennpunkte zu informieren. Denn davon haben wir genug!

Eine der Ursachen dafür ist die Bedeutung des totalen Marktes. Er hat die Macht über alles. Er wird überschätzt. Er ist das "Goldene Kalb", um das alle tanzen. Die Wirtschaft lässt "Geld arbeiten". Das Kapital regiert, immer wieder. Der Mensch tritt in den Hintergrund. Alles ist Ware, käuflich und verkäuflich.

Wo ist die Gegenmacht gegen diese Äusserlichkeiten? Es gibt sie, tatsächlich. Und die Kirche leistet dazu ihren Beitrag. Auch der BVEA ist ein solcher Ort, auf diese Dinge aufmerksam zu machen.

Ein solch großes Dokument, an das ich gerne erinnern möchte, ist "Friede, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung". Es fordert zur Erneuerung auf und weist uns den Weg, mit den Menschen und der Natur gut umzugehen.

Die Bundesanstalt für Arbeit hat mit Florian Gerster einen neuen Leiter bekommen und befindet sich in der Umstrukturierung. Reformen sind angesagt - auch angekündigt. Werden sie wirklich eingehalten? Haben Politik und die Vertreter der großen Verbände der Wirtschaft und der Gewerkschaft nun den Mut, etwas anzupacken, das die international so schlechte Leistung dieser Anstalt mehr für das Leben der (arbeitslosen) Menschen tut. Die Fachleute sprachen doch schon lange über die Unzulänglichkeiten in Nürnberg.

Die ACA, die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen, hat dazu einen Vorschlag unterbreitet. Die ACA schlägt vor, den Verwaltungsrat der Bundesanstalt künftig durch demokratische Wahlen bestimmen zu lassen. Die Sozialwahlen bieten dafür das Beispiel. Warum nicht einmal etwas Neues wagen?

Florian Gerster wünschen wir eine segensreiche Tätigkeit, den Mut zu handeln und die Weitsicht, soziale Gerechtigkeit in der Gesellschaft nicht zu übersehen. Doch die Erfahrungen mit der Vergangenheit machen uns skeptisch. Warum nur mag man nicht so recht glauben, dass es besser wird mit der Arbeitsvermittlung? Woher kommen in der Tat mit einem Male so viele freie Arbeitsplätze? Oder vielleicht hören wir doch nur Wahlversprechungen bis zur nächsten Bundestagswahl?
Gesundheitsreform - Rentenreform - Generationenvertrag - Betriebsratswahlen - Personalratswahlen - Integration fremder Mitarbeiter/innen und ihrer Familien - etc...

Wir sind der Verband der evangelischen Arbeitnehmerorganisationen - wir stellen Fragen, wir suchen auch Antworten zu geben, da wir aufmerksam machen aus einer Wertehaltung heraus, welche die Würde eines Menschen in den Mittelpunkt rückt. Dazu müssen wir uns eine Basis schaffen, damit wir fragen können. Wir benötigen dazu Kompetenz und euer Engagement, eure Aufmerksamkeit und natürlich auch Kritik. Dann finden wir im Dialog etwas, das uns auf dem Weg zur Lösung weiterbringt. Da liegt ein gutes Stück Arbeit vor uns im Bundesvorstand und in den Landesvorständen.

Mir ist es wichtig, dass wir uns kompetent zu Wort melden und christlich-ethische Überzeugungen nicht nur dort einfließen lassen, wo unsere Werte missachtet werden. Wir treten für eine menschenwürdige Welt der Arbeit ein.

Es ist aber natürlich eine schwierige Sache mit den christlich-ethischen Werten. Sich zu diesen Werten in unserer Gesellschaft zu bekennen, wird oft auch von uns selbst nicht eingelöst. Dabei sagen ernstzunehmende Prognosen voraus, dass Freikirchen und Sekten in den nächsten 40 Jahren ihre Mitglieder verdoppeln werden. Die großen christlichen Kirchen aber stagnieren oder schrumpfen gar, wenn der Trend der letzten Jahrzehnte anhält. Erschreckender aber ist eine andere Tatsache: Die junge Generation ist nach einer Umfrage an den bestehenden Religionen eigentlich überhaupt nicht interessiert - mit sinkender Tendenz! Das ist eine ernste Sache für unsere Zukunft. Der BVEA wird sich daher mit diesen Problemen demnächst befassen, sie sind zu grundlegend für die Kirche und für uns.

Und, liebe Leserinnen und Leser, nicht zuletzt ein Wort zum Frieden - für den Frieden in unserer Welt, die vom Kriegslärm nur so widerhallt.

Das kann so nicht gut sein, was wir in den letzten Wochen Tag für Tag in den Medien vorgesetzt bekommen haben. Der Einsatz von Macht ist nicht von vornherein ein Fortschritt. Zu diesem Thema fand ich ein paar nachdenkenswerte Worte von Romano Guardini, die er direkt nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges niedergeschrieben hatte. Sie haben traurige Aktualität: "Der Mensch hat Macht über die Dinge, nicht aber - sagen wir zuversichtlicher: noch nicht Macht über seine Macht. Der Mensch ist frei und kann seine Macht gebrauchen, wie er will. Eben darin aber liegt die Möglichkeit, sie falsch zu brauchen; falsch im Sinne des Bösen wie des Zerstörenden. Was garantiert den rechten Gebrauch? Nichts."

Mit herzlichen Wünschen für eine gute Zusammenarbeit mit Ihnen bin ich

Ihre Brunhild Bald

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