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Archiv 2002-1  - Rundschau der Evangelischen Arbeitnehmer Ausgabe 1-2002


Evangelische Arbeitnehmerschaft in Baden

Die Rolle der Frauen beim Aufbau einer multikulturellen Gesellschaft in Europa

3. Europäisches Frauentreffen in Montbéliard / Frankreich

Vom 1. bis 4. November 2001 fand im Centre de Glay bei Montbéliard / Frankreich das dritte Europäische Frauentreffen statt. Es trafen sich Frauen mit unterschiedlichsten kulturellen und religiösen Hintergründen, die bereits in ihren Heimatländern in lokalen, nationalen oder internationalen Aktionsgruppen tätig sind, um sich zum Thema "Die Rolle der Frauen beim Aufbau einer multikulturellen Gesellschaft in Europa" kundig zu machen und sich gegenseitig auszutauschen. Eingeladen zu dieser Veranstaltung hatte das Centre de Glay, die Equipes Ouvrière Protestant.

Angereist waren über 50 Frauen aus Frankreich, Deutschland, Belgien, Estland, Finnland, Litauen, Polen, der Schweiz und Tschechien. Unter ihnen auch Frauen der EAN Baden sowie der EOP Colmar. Schon auf Grund dieser Vielfalt machte Yvette Boilloux, als Präsidentin des Centre de Glay, in ihrer Begrüßung deutlich, dass es wichtig sei, eine gemeinsame Sprache zu finden um dadurch neue Freundschaften für eine gerechtere Gesellschaft zu bilden.

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Als Dolmetscher fungierte Gérald Machabert, Pfarrer und Organisator des Centre de Glay. Weitere Verantwortliche der Tagung waren Corine Lanoir von der Gruppe "International Bible Worker" und Anne Loux von der urban industrial mission.

In einer ersten Vorstellungsrunde schilderten Vertreterinnen aus den einzelnen Ländern die dort herrschenden Bedingungen und ihre eigene Situation, die oftmals geprägt war durch Flucht und Migration. Es wurde sehr schnell deutlich, dass insbesondere die Migrantinnen unter der Situation in den einzelnen Ländern zu leiden haben; aufgewachsen und erzogen in anderen Kulturkreisen und Religionen fanden sie im Aufnahmeland, schon allein der meist fehlenden Sprachkenntnisse wegen, kaum Möglichkeiten, sich zu integrieren und somit auch stabilisierend für ihr eigenes Leben und das ihrer Angehörigen zu wirken.
Solidaritätsadresse an die Frauen in Afghanistan

In der nächsten Ausspracherunde am Abend standen dann erneut frauenspezifische Themen auf der Tagesordnung. So wurde in den Gruppen intensiv über Erziehungs- und Gesundheitsfragen gesprochen, das Thema "Frauen im Islam" wurde ausführlich behandelt ebenso wie das Rollenverständnis von Frauen, die in der Fabrik arbeiten, aber von denen erwartet wird, dass ihre eigentliche Rolle im häuslichen Bereich zu spielen hat.

Aufgrund eines Arbeitspapiers setzten sich dann die Teilnehmerinnen anhand der drei Themenschwerpunkte "Mobilität", "Verstädterung" und "Ausbildung" ganz intensiv mit der eigenen Situation vor Ort und in ihren jeweiligen Herkunftsländern auseinander. Es war einhellige Meinung, dass eine Gleichberechtigung der Frauen nirgends gegeben ist, aber alle hoffen, dass sich dies vielleicht mit dem Zusammenwachsen der EU ändern könnte.

Angesprochen wurde in den Arbeitsgruppen auch die sprachlichen Unterschiede in den Ländern sowie die jeweiligen Arbeitsgesetze, die es auch nicht einfach machen, sich zu integrieren. Hingewiesen wurde in diesem Zusammenhang auf den oft spürbaren Rassismus sowie auf die Vorgaben der Betriebe insbesondere an das Alter, die Effektivität sowie die Verfügbarkeit der Arbeiterinnen. In der anschließenden Diskussion mit der Europa-Abgeordneten Marie Hélène Gillig aus Belfort ging es dann hautsächlich um Fragen nach einer europäischen Staatsbürgerschaft, nach der Umsetzung von Beschlüssen, die in der EU getroffen werden, sowie um die Rolle der Medien. Hier wurde seitens einer Teilnehmerin darauf hingewiesen, dass die Medien, schon aus ökonomischen Gründen, immer die Meinung der Mehrheit vertreten müssen. Teilnehmerinnen aus den Ländern, die zu den Beitrittskandidaten zur EU zählen, erläuterten in dieser Diskussion die Situation in ihren Ländern nach dem Ende der Sowjetherrschaft.

Zum Abschluss dieser Tagung verabschiedeten die Teilnehmerinnen eine Solidaritätsadresse an die Frauen und deren Familien in Afghanistan, in der sie die Einhaltung der Menschenrechte und die Beachtung der Würde dieser Frauen forderten.

Christina Wagner, EAN Baden

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