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Archiv 2001  - Rundschau der Evangelischen Arbeitnehmer Ausgabe 4-2001 - Zwischenruf PDS - im Osten eine neue Volkspartei?

Werner Künkler, Vorstand des BVEADiese Frage wird sich der ein oder andere von uns nach den Wahlergebnissen in Berlin gestellt haben. Oder wie können die nur, die Nachfolgepartei der SED so stark machen? Haben die Wähler und Wählerinnen im Osten wirklich vergessen, was ihnen die SED angetan hat? Mauer, Stasi, Bautzen usw.? Fragen, die wir uns in den alten Bundesländern stellen.

Willy Brandt hat bei der Wende gesagt: "Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört". Zwölf Jahre später müssen wir eine zum Teil enttäuschende Realität zur Kenntnis nehmen. Wir sind zwar wiedervereint, aber noch lange nicht in unseren Köpfen und Herzen. Zwar ist die PDS bei uns eher eine Randpartei, jedoch hat die letzte Wahl in Berlin gezeigt, dass sie in den neuen Bundesländern auf dem Wege zu einer Volkspartei ist. Hier sollte unser Nachdenken und Fragen einsetzen. Spüren die Menschen in den neuen Bundesländern, dass sie immer noch die zweite Wahl sind, denen wir vorwerfen unsere Wirtschaftsordnung nicht zu verstehen?

Dass sie mehr als 40 Jahre durch den Zufall der Aufteilung Deutschland zu dem Kreis der Benachteiligten in der Entwicklung und Realität zweier unterschiedlicher Systeme auf deutschem Boden wurden - dafür können sie nichts - trotz Mitläufern, Stasispitzeln oder ähnlich schlimmen.

Sicherlich hatten auch unsere Schwestern und Brüder im Ostteil unseres Landes eine Menge an Illusionen, die das ach so viel bessere Gesellschafts- und Wirtschaftssystem der Bundesrepublik Deutschland versprach. Erhalten haben sie eine hohe Arbeitslosigkeit, die sie nicht kannten, gestiegene Mieten und immer noch, trotz vieler Versprechen aller am Einigungsprozess Beteiligten, Tarifverträge, die längst nicht unser Niveau haben, trotz teilweise besserer Produktivität.

Gleichzeitig gab es aber auch vorher, trotz Staatsterror und Unfreiheit, Nischen im System, in denen man sich näher war. Nostalgie der ewig Gestrigen? Nein, wir müssen Antworten finden!

Die Mängel unseres Systems sind nach den vorgenannten Fakten mehr erkennbar geworden. Mangel an Menschlichkeit, Wärme und guter Nachbarschaft. Die PDS pflegt dieses vor Ort bei den Menschen - sicherlich auch mit viel verklärter Nostalgie. Und was tragen unsere großen demokratischen Volksparteien dazu bei?

Es fehlen die Ideen, die guten Beispiele, die verstanden werden. Nach mehr als 10 Jahren deutscher Einigung, neben allem Positiven, ein erheblicher Minusposten unserer Bilanz, der aufzuarbeiten ist, damit wir uns unserer wiedergeschenkten deutschen Einheit würdig erweisen!

Werner Künkler, Vorstand des BVEA

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