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Gesellschaftliche Solidarität leidet unter Globalisierung

Wir brauchen ethisches Handeln in der Ökonomie gegen die soziale Kälte.

Ethik in der Wirtschaft-Dekoration oder Notwendigkeit? Unternehmen, die nicht bestrebt sind, ihre Interessen mit denen ihrer Mitarbeiter in Übereinstimmung zu bringen, werden früher oder später scheitern. Das Handeln nach ethischen Maßstäben ist nicht nur ein Gebot d"er Humanität, sondern auch der Ökonomie. Nur in einem zufriedenen Umfeld werden befriedigende Leistungen gebracht. Dazu gehört eine gewisse Sicherheit der Arbeitnehmer.

Die Unternehmer und die Manager müssen sich bewusst sein, dass ihre betriebswirtschaftlichen Entscheidungen auf ein weit größeres Umfeld wirken, als nur auf ihre Mitarbeiter. Das soziale Verantwortungsgefühl bei früheren Unternehmern, die sich der Wirkung wohl bewusst waren, geht bei den leitenden Angestellten zunehmend verloren. Sie werden sehr hoch bezahlt und fühlen sich dem Shareholder Value verpflichtet. Heraus kommen Forderungen an das Management, Gewinne über 20% zu machen, und sie verpflichten sich. Eine solche Strategie hat erkennbar nur kurzfristigen Charakter, vor 20 Jahren galten bei Banken Manager, die eine Rendite in dieser Höhe versprachen, als unseriös. Häufig handelt es sich um Finanzspekulationen, die sich zunehmend von den Realitäten in den Betrieben abgekoppelt haben. Eine globale Finanzkontrolle drängt sich mehr und mehr auf. Nebeneffekt ist ein weiteres Auseinandergehen der Einkommensschere.

Nicht nur Zulieferer und Kunden, sondern auch die Familien der Mitarbeiter sind betroffen. Derzeit herrscht ein ruppiges Klima in der Arbeitswelt. Die Arbeitnehmerschutzrechte stehen zunehmend zur Disposition. Jeder sieht zu, dass er den Rücken an die Wand bekommt oder gar zu den großen Verdienern gehört. Dabei entwickelt sich eine soziale Kälte, die sich höchst unerfreulich auf die Solidarität in der Gesellschaft auswirkt.

Manche junge Menschen stellen wieder den Spaß und die Selbstverwirklichung in den Vordergrund. Der Job muß Platz für die Familie und die Freizeit lassen. Selbst die dynamische Start-up Generation, die sich ganz als Teil des Betriebes fühlte, auf Arbeitnehmerrechte pfiff und glaubte die Dinge selbst regeln zu können, meldet sich zurück. Manche der Computerexperten verdienten zwar enorm, aber häufig in Form von Anteilscheinen. Nach dem Aktiencrash, vor allem auf den neuen Märkten, stellen sie fest, daß sie weniger in der Stunde verdient haben, als die "tarifvertragsausgerüstete" Raumpflegerin. Das Handelsblatt meldete sogar vermehrt die Rückkehr der jungen Großverdiener in die häusliche Sicherheit bei Muttern, ohne Miete und Verpflegungskosten, und der Sportwagen wird mit dem Kleinwagen der Eltern getauscht.

Mit Gesetzen kann man eine negative Entwicklung nicht aufhalten, sondern nur durch die unternehmerische Einsicht, Kunden und Mitarbeiter nicht schlechter zu behandeln als Aktionäre. Das ganze muss mit den ethischen Werten, Respekt vor der Integrität der Umwelt und vor der Würde des Anderen geschehen. Der Gegensatz von Kapital und Arbeit ist deshalb nicht aufgehoben.

Die Arbeitnehmer brauchen eine gewisse Sicherheit, der Unternehmer den sozialen Frieden. Hier muss der Ausgleich gefunden werden.

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